Zürich: Turngeräte für dicke Kinder
Aktualisiert

ZürichTurngeräte für dicke Kinder

Alder+Eisenhut produziert seit 120 Jahren alles, was das Turnerherz begehrt – und ist noch immer Marktführer.

von
Valeska Beck
Turngeräte seit 120 Jahren: Die Toggenburger Firma Alder+Eisenhut ist in der Schweiz klarer Marktführer.

Turngeräte seit 120 Jahren: Die Toggenburger Firma Alder+Eisenhut ist in der Schweiz klarer Marktführer.

Blaue Flecken, Schürfwunden und Blasen nach dem Turnunterricht: Seit mehr als einem Jahrhundert sorgen dafür die Böckli, Sprungkästen und Barren von Alder+Eisenhut. Auch die legendären orangen und blauen Turnmatten sind wohl jedem Schweizer Kind ein Begriff. Heute feiert die Toggenburger Firma ihren 120. Geburtstag. Sie ist bei Turngeräten Schweizer Marktführer. «Unseren Marktanteil schätzen wir auf 70 Prozent», sagt Firmenchef Robin T. Alder. Abnehmer sind hauptsächlich Schulen und Vereine. 2010 hat das Unternehmen 26,5 Millionen Franken umgesetzt. Das Turngeräte-Sortiment habe sich in der Firmengeschichte allerdings nur geringfügig verändert, so Alder. Kaum mehr produziert werden heute die meterhohen Kletterstangen: «Weil die Kinder immer dicker werden und nicht mehr raufkommen», sagt Alder. Auch das klassische «Pferd» nehme man bald aus dem Angebot. Innovativ zeigt sich Alder+ Eisenhut hingegen bei der ­Fertigungstechnik. Während früher Turnmatten fast 20 Kilo wogen, sind es heute noch 7 Kilo. «Wir verwenden einen neu entwickelten Hightech-Leichtschaum», erklärt der Chef. Heute präsentiert er eine neue Firmenchronik in einer der ältesten Turnhallen der Schweiz in Zürich. Dabei wird sich auch Alder an eine schmerzliche Begegnung mit einem Mini-Trampolin der Marke Alder+Eisenhut in seiner Jugend erinnern: «Bei einem Salto vorwärts habe ich mir das Gebiss eingeschlagen.»

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