Aktualisiert 08.02.2018 09:10

Snowboarder Nicolas HuberTut es dieser verrückte Kerl an Olympia nochmals?

Es gibt viele Möglichkeiten, um an die Olympischen Spiele zu gelangen. Nicolas Huber hat einen ganz speziellen Weg gewählt.

von
Marcel Allemann, Pyeongchang
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Die Medaille, die sein Leben verändert hat: Im März 2017 holte Nicolas Huber (l.) in der Sierra Nevada WM-Silber.

Die Medaille, die sein Leben verändert hat: Im März 2017 holte Nicolas Huber (l.) in der Sierra Nevada WM-Silber.

Getty Images/David Ramos
Steiler Aufstieg: Dank seines WM-Coups schaffte es der 23-jährige Zürcher ins Nationalkader und schliesslich auch an die Winterspiele nach Südkorea.

Steiler Aufstieg: Dank seines WM-Coups schaffte es der 23-jährige Zürcher ins Nationalkader und schliesslich auch an die Winterspiele nach Südkorea.

AP/Iain Mcgregor
Bereit für Grosstaten: Huber und seine Teamkollegen gewöhnen sich im Bokwang Snowpark an die Verhältnisse.

Bereit für Grosstaten: Huber und seine Teamkollegen gewöhnen sich im Bokwang Snowpark an die Verhältnisse.

Instagram

Vor einem Jahr war Nicolas Huber an der Snowboard-WM in der Sierra Nevada die spektakuläre Sensation. Ohne zuvor je einem offiziellen Kader angehört zu haben, fuhr er aus dem Status eines Freizeitsportlers zu WM-Silber im Slopestyle. «Es war der eine Lauf, der mein Leben verändert hat», sagt der Zürcher, der damals in seiner Haupttätigkeit noch damit beschäftigt war, am Corvatsch den Snowpark zu shapen.

Doch inzwischen findet er sich nicht nur in den Verbandsstrukturen mit all ihren Vorteilen wieder («diese haben mir sehr geholfen und mich professioneller werden lassen»), sondern als Profi-Snowboarder auch an den Olympischen Spielen. «Vor einem Jahr war das alles noch undenkbar. Es ist der Wahnsinn, wie schnell alles ging», staunt der 23-Jährige selbst.

«Ich nehme eine Medaille, wenn es eine gibt»

Und nun? Tut es dieser verrückte Kerl, der sich auf Instagram immer sehr speziell – und nicht selten auch, wie Gott ihn schuf – präsentiert, tatsächlich nochmals und verblüfft auch im olympischen Slopestyle, der am Samstag mit der Quali beginnt? Huber: «Ich gehöre nicht zu den Topfavoriten. Aber eine Medaille würde ich trotzdem nehmen, wenn es eine gibt. Wenn alles klappt, weiss man nie, was geschieht.» Der junge Zürcher sagt aber auch mit Schalk in den Augen: «Ich würde es hier gerne rocken. Es ist schon geplant, dass dies mein Konzert wird.» Eben genauso, wie es zu seiner schlitzohrigen, unverblümten Art passt.

Vor einem Jahr stellte sich die Existenzfrage

Doch Huber kann auch anders. Eine Spur ernster. Etwa dann, wenn er davon spricht, unter «maximalem Druck eine maximale Leistung zu bringen. Davon träume ich.» Überhaupt hat er schon bewiesen, dass er mit speziellen Situationen sehr gut umgehen kann, sie ihn sogar reizen. «Vor einem Jahr an der WM hatte ich viel mehr Druck als hier. Dort ging es darum, ein gutes Resultat zu erreichen, um es ins Kader zu schaffen. Sonst hätte ich das Snowboarden, also das, was ich am liebsten tue, begraben und aufs Studium setzen müssen.»

Es wäre definitiv schade gewesen, wenn der Schweizer Sport und die Olympischen Spiele diesen Nicolas Huber nie kennengelernt hätten.

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