Betrügerische Inserate - Tutti warnt vor Jobs «mit lukrativem Lohn und einfacher Gegenleistung»

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Betrügerische InserateTutti warnt vor Jobs «mit lukrativem Lohn und einfacher Gegenleistung»

Ein Leser wurde durch ein Stellenagebot auf «tutti.ch» beinahe zum Komplizen von Betrügern. Das Unternehmen kennt das Problem und will Nutzerinnen und Nutzer sensibilisieren.  

von
Raphael Casablanca
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Mit diesem Inserat suchten die Betrüger nach Kurieren.

Mit diesem Inserat suchten die Betrüger nach Kurieren.

zvg
Oftmals finden die eigentlichen Betrugsversuche via Whatsapp oder SMS statt.

Oftmals finden die eigentlichen Betrugsversuche via Whatsapp oder SMS statt.

Symbolbild/Pexels

Darum gehts

  • Leser J.M.* wurde beinahe Komplize von Betrügern.

  • Als er bei einer alten Frau in Bern einen Umschlag abholen musste, informierte er die Polizei.

  • Es kommt häufig vor, dass Kriminelle sogenannte «Money Mules» als Laufburschen anheuern, um Geld ins Ausland zu bringen.

  • Tutti warnt vor Inseraten, die zu gut sind, um wahr zu sein. 

Leser J.M.* wurde auf Jobsuche von Kriminellen hinters Licht geführt: Was er im ersten Moment für einen normalen Kurierjob hielt, entpuppte sich als Beihilfe zum Betrug. An einer Adresse in Wabern BE sollte M. vergangene Woche eine Lieferung abholen. Als ihm dort eine alte, verängstigte Frau einen Umschlag mit Geld in die Hand drückte, alarmierte er die Polizei. Seine Auftraggeber gaben sich der Frau gegenüber als Polizisten aus und instrumentalisierten M. als ahnungslosen Komplizen, der ihnen das Geld bringen sollte. 

M. kam durch ein Jobinserat auf Tutti.ch mit den Betrügern in Kontakt. Dem Unternehmen sind betrügerische Inserate schon länger ein Dorn im Auge: «Die Instrumentalisierung von Personen als sogenannte «Money Mules» (dt. Geldesel) ist uns bekannt», sagt Mediensprecherin Patrizia Negri zu 20 Minuten. Mit attraktiven Stellenangeboten würden Kriminelle über diverse Online-Plattformen gezielt nach Personen suchen, welche deliktisch erwirtschaftetes Geld transferieren sollen. Der Fall von J.M. sei jedoch speziell: «Dass eine Person als Kurier physisch etwas transportieren soll, war uns, bis dieser Vorfall gemeldet wurde, nicht bekannt.»

Zu gut, um wahr zu sein

Gemäss Negri werden die Inserate auf Tutti.ch mehrmals täglich auf Betrugsmaschen geprüft und bei Erkennen umgehend gelöscht. «Wir haben ein eigenes Fraud-Protection-Team, das Inserate vor und nach der Veröffentlichung manuell prüft und unsere Plattform nach neuen verdächtigen Entwicklungen durchkämmt.»

Oftmals würden die eigentlichen Betrugsversuche aber ausserhalb der Auktionsplattform stattfinden: «Im Kontakt per Whatsapp oder SMS. Darum ist es uns sehr wichtig, unsere Nutzerinnen und Nutzer vor aktuellen Betrugsmaschen zu warnen und entsprechend aufzuklären», sagt Negri. Aus diesem Grund fährt das Unternehmen gemeinsam mit der Schweizer Kriminalprävention SBK eine Kampagne, um zu sensibilisieren. Die Mediensprecherin rät dazu, grundsätzlich misstrauisch zu werden, wenn Stelleninserate zu gut sind, um wahr zu sein: «Das heisst, wenn einem ein lukrativer Lohn für eine einfache Gegenleistung angeboten wird.»

Falsche Polizisten

Die Betrüger rufen oft von einer gefälschten Telefonnummer aus an. Sie schildern – oft auf Hochdeutsch – unterschiedliche Szenarien, etwa Einbrüche in der Wohngegend, einen Verkehrsunfall von Angehörigen, Unregelmässigkeiten auf der Bank oder fragen um Unterstützung bei polizeilichen Ermittlungen.

Unabhängig vom geschilderten Szenario verlangen die Betrüger früher oder später, dass ihr Opfer Geld oder Wertsachen bereitstellen, auf der Bank abholen, irgendwo deponieren oder überweisen sollen. Etwas, das die echte Polizei nie tun würde. Daran erkennen Sie den Betrugsversuch, teilt die Kapo Bern in einer Mitteilung mit.

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