TV-Casting «Superstar» für private Zwecke verwendet
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TV-Casting «Superstar» für private Zwecke verwendet

«Superstar» verkommt zum Marktplatz für private Zwecke: Einige deponieren ihren Frust über Musikcastings, andere suchen über die Show gar ihre Mutter.

Nicht alle, die bei «Superstar» auf 3+ mitmachen, wollen auch Superstar werden. Die Sendung ist mittlerweile viel mehr als nur ein Castingformat: Sie ist auch eine Plattform für alle möglichen privaten Interessen. Ein Beispiel ist der Zürcher Rapper Roger Schüeber alias Punkt. Der 25-Jährige ging einzig und allein zum Casting, um der Jury um Chris von Rohr seine Kritik am «Castingshowzirkus» mitzuteilen, und verulkte sie mit einem eigenen Text.

«Ihr sueched e Marionette under Tusige, dä wo günnd isch bestimmt kein Musiker», rappte er am Casting in Luzern, das 3+ heute ausstrahlt. Missbrauchte er die Show, um wieder einmal im TV zu kommen? «Nein, darum ging es mir definitiv nicht», beteuert Punkt. «Es war eine spontane Idee. Ich dachte, das hat noch keiner so gemacht.»

Auch für den Berner Hobbysänger Adriano Tomasi ist ein Plattenvertrag nicht der Hauptgrund, warum er sich fürs «Superstar»-Casting beworben hat. Nein, der 21-Jährige hofft, über die TV-Show seine Mutter zu finden. «Ich habe sie nicht mehr gesehen, seit ich zwei Jahre alt bin», sagt der Koch. Er wisse aber, dass sie in der Schweiz wohne und ledig Astrid Lehmann geheissen habe.

«Ich will die Sendung sicher nicht ausnutzen, aber ich denke, ich habe gute Chancen, endlich meine Mutter zu finden», sagt Tomasi weiter. Am Casting in Bern, das ebenfalls heute ab 20 Uhr auf 3+ zu sehen sein wird, trug er denn eine selbst geschriebene Ballade über seine Mutter vor. Trotzdem hat er gemischte Gefühle: «Ich weiss ja nicht einmal, ob sie mich sehen will», sagt Tomasi.

Stefanie Rigutto

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