Elektronik-Branche: TV-Geräte-Pionier Loewe ist pleite
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Elektronik-BrancheTV-Geräte-Pionier Loewe ist pleite

Die schwache Nachfrage und der Preisverfall machen den TV-Geräteherstellern zu schaffen. Jetzt hat es den Premium-Anbieter Loewe erwischt.

von
whr
Das Loewe-Modell Iris von 1951.

Das Loewe-Modell Iris von 1951.

Der deutsche Luxus-TV-Gerätehersteller Loewe meldet Insolvenz an. Dem Gläubigerausschuss wird nun ein Sanierungsplan vorgelegt, in dem bereits ein neuer Geldgeber vorgesehen ist, meldet handelsblatt.com. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Stellen abgebaut.

Die Firma steht mit dem Rücken zur Wand: Seit drei Jahren kommt Loewe aus den roten Zahlen nicht mehr hinaus, der Ruf des Premiumherstellers leidet. Der Umsatz ist in den vergangenen fünf Jahren von 374 auf 250 Millionen Euro gesunken. Der Gewinn ging im selben Zeitraum von 28,5 Millionen Euro Gewinn auf 29 Millionen Euro Verlust pro Jahr zurück.

Umkämpfter TV-Markt

Neben Loewe kämpfen auch Metz und Bang & Olufsen ums Überleben. Philips hat sein TV-Geschäft längst an die Chinesen abgegeben. Die schwache Nachfrage nach Fernsehern weltweit zwingt auch den japanischen Technologiekonzern Toshiba zu weiteren Einsparungen. Toshiba werde die Hälfte seiner Mitarbeiter in der Verluste schreibenden TV-Sparte entlassen, kündigte die Firma am Montag an. Insgesamt seien 3000 Stellen betroffen.

Der Loewe-Konzern wurde 1923 von den Gebrüdern Loewe gegründet und hat im Laufe seiner fast 90-jährigen Geschichte mehrmals die Bezeichnung gewechselt. 1929 erfolgte der Beginn der Fernsehentwicklung, als Partner konnte der britische Fernsehpionier John Logie Baird gewonnen werden. An der Funkausstellung 1931 präsentierte Loewe der Weltöffentlichkeit erstmals eine elektronische Fernsehübertragung.

(whr/sda)

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