Aktualisiert 20.10.2006 00:10

TV gucken wird 30 Franken teurer

Die SRG braucht mehr Geld: Für die Jahre 2007 bis 2010 meldet sie zusätzlichen Finanzbedarf von 72 Millionen Franken jährlich an. Gebühren könnten damit ab 2007 von rund 450 auf etwa 480 Franken pro Jahr steigen.

Dies geht aus einem Bericht der SRG ans Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hervor. Das Papier wurde am Donnerstag veröffentlicht, nachdem es zuvor den Medien zugespielt worden war.

Demnach beläuft sich der zusätzliche Finanzbedarf der SRG auf insgesamt 136 Millionen Franken pro Jahr. 45 Millionen davon will sie einsparen und 19 Millionen durch Mehreinnahmen hereinholen. Über Gebührenerhöhungen müssten noch 72 Millionen finanziert werden- dies hiesse eine Erhöhung der Gebühren um 6,5 Prozent.

Bundesrat entscheidet über Erhöhung

Ob und in welchem Ausmass die Radio- und Fernsehgebühren erhöht werden, entscheidet der Bundesrat voraussichtlich im Februar 2007. Wirksam würde der Entscheid frühestens ab April 2007. Zurzeit liegt das Dossier beim Preisüberwacher. Die Einnahmen aus Radio- und TV- Gebühren belaufen sich heute auf rund 1,1 Mrd. Franken jährlich.

Der zusätzliche Mittelbedarf der SRG ist gemäss dem Bericht auf technische Neuerungen zurückzuführen, aber auch auf die Teuerung, weit stärker als die Teuerung gestiegene Kosten für Übertragungsrechte im Sport und auf das neue Radio-und Fernsehgesetz (RTVG).

Neues RTVG kostet

Dieses verursacht der SRG zusätzliche Kosten von 17 Mio. Franken. 8 Millionen entfallen auf neu vorgeschriebene Leistungen, 1 Million auf Mehrbedarf auf dem Kapitalmarkt. Gegenüber heute restriktivere Bestimmungen für Werbung und Sponsoring führen zu geschätzten Einnahmeausfällen von 8 Mio. Franken.

Erhalte die SRG die zusätzlichen Mittel nicht, führe dies zu Einschnitten bei den Programmen und der technischen Qualität, erklärte Vize-Generaldirektor Daniel Eckmann vor Medienvertretern in Bern. «Diese Abstriche würden sichtbar und spürbar, und sie würden Konsequenzen haben.»

Der seit 2000 vollzogene Ausbau bei Programmen und Leistungen habe die SRG aus eigener Kraft finanzieren können, unter anderem mit Sparmassnahmen, sagte Eckmann. Im Jahr 2000 habe die SRG letztmals über eine Gebührenerhöhung Mehreinnahmen erhalten.

Unsicherheiten

Mit der Erhöhung von 2003 seien Ausfälle kompensiert worden, die durch die Gebührenbefreiung von ergänzungsleistungsberechtigten AHV- und IV-Bezügern entstanden seien. Real seien die Einnahmen der SRG aus den Gebühren seither gesunken.

Es gebe auch Unsicherheiten, etwa bei den Werbeeinnahmen, der Konkurrenz auf dem Markt sowie bei neuen Seh- und Hörgewohnheiten. Es zeige sich, dass die Werbeeinnahmen trotz besserer Konjunktur nicht gestiegen seien, sagte Eckmann. Dahinter könne ein strukturelles Problem stecken.

Zuversichtlich gab sich Eckmann in Sachen Übertragungsrechte an der Fussball-Europameisterschaft EURO 2008. Wie viel die Rechte die SRG kosten werden, konnte er wegen der noch laufenden Verhandlungen nicht sagen. Der Preis liege jedoch unter den 16 Mio. Franken, die SRG für die Fussballweltmeisterschaft im Sommer bezahlt habe. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.