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«Anti-Berset-Challenge»TV-Köchin Hiltebrand geht auf Bundesrat Berset los

Die Corona-Pläne des Bundesrates erhitzen die Gemüter. Die Köchin Meta Hiltebrand exponiert sich mit einem emotionalen Facebook-Video.

von
Philip Salzmann
Daniel Waldmeier

«Mir platzt der Kragen», sagt TV-Köchin Meta Hiltebrand.

Der Bundesrat will die Corona-Regeln vor Weihnachten nachschärfen. Noch ist nichts fix – laut dem Vorentwurf der Verordnung, der 20 Minuten vorliegt, sollen unter anderem private Treffen vom 9. bis zum 23. Dezember auf zwei Haushalte beschränkt werden. Die 2-Haushalte-Regel soll im gleichen Zeitraum auch für Restaurants gelten.

Die Pläne haben TV-Köchin Meta Hiltebrand, die in Zürich das Restaurant «Le Chef» betreibt, zu einer emotionalen Reaktion bewogen. In einem sechsminütigen Protest-Video, das schon tausendfach geteilt wurde, wendet sie sich direkt an Gesundheitsminister Alain Berset.

«Mir platzt langsam der Kragen»

Darin beteuert die Köchin und Buchautorin, dass sie an Corona glaube und sehe, dass Menschen krank würden. Doch sie befürchtet offenbar, dass die 2-Haushalte-Regel auch an den Festtagen gelten könnte. An die Adresse von Berset sagt die Zürcherin, dass sie sich Weihnachten nicht nehmen lasse: «Jetzt, da Sie in mein Privatleben eingreifen, in mein Weihnachtsessen, platzt mir langsam der Kragen.»

Hiltebrand nervt sich auch über die Empfehlung der Behörden, Weihnachten im Wald zu verbringen. «Ich hoffe, Sie gehen mit gutem Beispiel voraus und posten dann auch ein Foto von Ihren Weihnachten im Wald», sagt in Richtung Berset.

Innendepartement gibt keinen Kommentar ab

Im März sei sie noch Berset-Fan gewesen. Doch jetzt wisse sie nicht mehr weiter, sagt Hiltebrand. «Wir haben im Restaurant immer noch gleich viel Arbeit. Ich kann die Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit schicken. Aber wir haben nur noch 50 Prozent der Einnahmen aufgrund der ganzen Corona-Regeln.» Auch ihr Restaurant sterbe ganz langsam vor sich hin, weil kein Geld mehr reinkomme. Es müsse sich darum etwas ändern. Hiltebrand lanciert darum die «Anti-Berset-Challenge» und ruft ihre Community dazu auf, sich zu wehren. Diese solle in eigenen Videos «laut» werden.

Der Bundesrat wird sich voraussichtlich am Freitag mit den Corona-Massnahmen beschäftigen. Alain Bersets Sprecher Peter Lauener sagt, man nehme keine Stellung zu Entscheiden, die noch nicht getroffen worden seien. Hiltebrand war für eine Stellungnahme noch nicht erreichbar.

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Diese Massnahmen stehen zur Debatte

Die neuen Corona-Massnahmen werden derzeit zwischen Bund und Kantonen ausgehandelt. Laut dem Vorentwurf, der 20 Minuten vorliegt, plant der Bund ab dem 9. Dezember neben Beschränkungen für Skigebiete neue Massnahmen im privaten Bereich. Demnach soll das Singen im nicht professionellen Bereich nur noch im Familienkreis erlaubt sein. Auch plant das Bundesamt für Gesundheit (BAG), private Treffen bis zum 23. Dezember auf zwei Haushalte zu beschränken. Die Homeoffice-Empfehlung soll verbindlicher werden.

Die schweizweit geltende Sperrstunde bis 23 Uhr will der Bundesrat in der Silvesternacht ausnahmsweise lockern. Restaurants und Bars müssen in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar erst um 1 Uhr schliessen.

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304 Kommentare
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vali_87

03.12.2020, 13:18

BRAVO ich feiere Sie👏👏👏👏👏👏 genau richtig!!!!!! ich verzichte genau uf gar nüd!!!!fiire wiehnachte wie immer, meh weiss ja nie was morn esch, ob ich mini eltere,partner,schwiegerelter, etc. no lang han!!!!! langsam aber secher uf höre met dem ganze quatsch!!!!

Häxli2

03.12.2020, 13:02

Was platzt der Dame denn der Kragen? Dass Covid 19 uns dazu zwingt, einmal ein Jahr lang auf vieles zu verzichten, was wir sonst selbstverständlich nehmen? Das tut uns allen mal wieder gut, dann lernen wir mal wieder, dass die Natur stärker ist als unsere künstliche, überkonsumgeile moderne Gesellschaft. Die Dame hat's offenbar nicht so schwer wie andere KMU. Sie sollte sich vielleicht ein bisschen zurücknehmen, denn das Virus kümmert sich Null Komma Null um solche geplatzte Kragen.

Leas

03.12.2020, 12:58

Frau Hildebrandt, so vehement wie sie einen lockdown fordern könnte man fast meinen sie haben es auf Staatsgeld abgesehen. Sie verdient also mehr als 100'000.- und haben auch Anspruch darauf. Wenn ihr Restaurant nicht rentiert, schliessen sie es doch einfach. Sie sind ein Wiederspruch in sich. Ihr Folgevideo hilft da auch nicht weiter.