TV-Krimis sorgen für Rechtsmediziner-Boom
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TV-Krimis sorgen für Rechtsmediziner-Boom

Die Arbeit der Rechtsmediziner ist durch die populären Fernseh-Serien «CSI», «Crossing Jordan» und «Post Mortem» für Berufsanfänger interessant geworden - ein markanter Anstieg der Bewerbungen in Deutschland sei spürbar.

Die Institute für Rechtsmedizin in Deutschland registrieren eine Bewerbungswelle, wie der Institutsleiter an der Universität Köln, Markus Rothschild, dem «Focus» sagte. «Zurzeit bekommen wir so viele spontane Bewerbungen wie noch nie - vor allem von jungen Frauen.»

Rothschild erklärt die Häufung von Rechtsmediziner-Serien im Fernsehen so: «Sex and Crime funktioniert immer gut, deswegen sind ja auch die meisten Rechtsmediziner im Fernsehen Frauen.» Hinzu komme die zunehmende Bedeutung von Wissen. «Der Tod und eine schöne Frau, die einem etwas beibringt. Besser geht's nicht.»

Die Serien hätten allerdings Folgen für den Arbeitsalltag der realen Rechtsmediziner: «Bei CSI dauert die DNA-Analyse einen Tag, ein justiziables Ergebnis aber in Wirklichkeit fünf Arbeitstage», sagte der Experte. «Die Toxikologie einer faulenden Leiche braucht drei bis vier Wochen, weil man ihre Flüssigkeit aufwändig reinigen muss. Aber es kommt vor, dass Polizei oder Staatsanwaltschaft drängeln oder sagen, das geht doch im Fernsehen auch schneller.» (dapd)

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