Ophélie Meunier – TV-Moderatorin löst mit Doku Islamismus-Debatte in Frankreich aus
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Ophélie MeunierTV-Moderatorin löst mit Doku Islamismus-Debatte in Frankreich aus

Im Jahr des Präsidentschaftswahlkampfes rückt das Thema wieder ins Zentrum der Politik. Ausgelöst hat das eine M6-Moderatorin Ophélie Meunier mit einem Film über die Ausbreitung radikalislamischer Sitten in einer Stadt im Norden.

von
Patrick McEvily
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Ophélie Meunier ist Moderatorin des TV-Senders M6.

Ophélie Meunier ist Moderatorin des TV-Senders M6.

Screenshot/Instagram
In der neuesten Folge der Investigativsendung «Zone Inderdite» portraitierte sie zusammen mit einem örtlichen Anwalt die Ausbreitung radikalislamischer Praktiken in der Stadt Roubaix.

In der neuesten Folge der Investigativsendung «Zone Inderdite» portraitierte sie zusammen mit einem örtlichen Anwalt die Ausbreitung radikalislamischer Praktiken in der Stadt Roubaix.

AFP
Roubaix liegt im äussersten Norden Frankreichs und hat knapp 100’000 Einwohner. 

Roubaix liegt im äussersten Norden Frankreichs und hat knapp 100’000 Einwohner. 

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Darum gehts

Ende Januar strahlte der französische TV-Sender M6 eine Doku aus, in der die Journalistin Ophélie Meunier aus dem Leben der Einwohnerinnen und Einwohner einer Stadt im Norden des Landes berichtete. Im Film war zu sehen, wie in Roubaix radikalislamische Praktiken dominieren – wie etwa eine strikte Trennung von männlichen und weiblichen Gästen.

Anschliessend erhielten die TV-Frau und ihr Mitstreiter, ein örtlicher Jurist, Morddrohungen. Der Fall wirft hohe Wellen in Frankreich. Intellektuelle solidarisieren sich mit den beiden und sorgen sich lautstark um die Meinungsfreiheit im Land. Eric Zemmour, prominenter Anwärter auf das Präsidentenamt nahm sich, wenige Monate vor der Wahl, ebenfalls des Themas an. 

Intellektuelle wollen Medien «wachrütteln»

Entfacht wurde der Fall mit der Ausstrahlung der neuesten Folge des Investigativformats «Zone Interdite» am 23. Januar auf dem Privatsender M6. Darin war zu sehen, wie in der Stadt Roubaix im Norden Frankreichs radikalislamistische Praktiken das Stadtbild prägen.

Meunier und ihr Mitstreiter, der örtliche Jurist Amine Elbahi, zeigten im Film Geschäfte, die wohl aus Pietätsgründen geschlechterlose Mannequins ausstellten; in vielen Strassen würden zudem Halal-Metzgereien dominieren. In Buchhandlungen fanden Meunier und Elbahi besonders viele extremistische Literatur.

In einer Szene im Film war gar ein Restaurant zu sehen, in dem es Boxen für vollverschleierte Frauen gibt. Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet, wurden Meunier und Elbahi seit der Ausstrahlung der Doku von radikalen Islamisten mit Morddrohungen eingedeckt und müssen seither unter Polizeischutz leben. 

Es war nach Ausstrahlung der Sendung einige Tage ruhig. Dann kritisierten mehrere prominente französische Intellektuelle in einem Artikel der Tageszeitung «Le Figaro», dass die Medien das Thema nicht aufgegriffen hätten und dies ein Indiz für gefährdete Meinungsfreiheit im Land sei. Man könne sich nicht mehr kritisch über den Islamismus äussern, ohne an Leib und Leben gefährdet zu werden, schrieben die Verfasser. Seither tobt die Diskussion um den Fall Roubaix.

Präsidentschaftsanwärter Zemmour bringt sich in Stellung

Vor sieben Jahren, am 7. Januar 2015, töteten zwei Islamisten zwölf Redaktoren der Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Anschliessend kam es zu grossen Solidaritätsbekundungen unter dem Hashtag #jesuischarlie. Die Diskussion darüber, wie frei Presse und Kulturschaffende in Frankreich wirklich seien, ist seither nie abgerissen. Die Unterzeichner des Artikels in «Le Figaro» sehen in der fehlenden Berichterstattung zum Fall Meunier auch ein Indiz für die wenig ausgeprägte Pressefreiheit im Land.

Erst als sich Politiker der Sache angenommen hätten, seien auch die Medien der Angelegenheit nachgegangen. Andere Medien berichten darüber, dass zurzeit rund 30 Intellektuelle und Journalisten in Frankreich unter Polizeischutz stehen, weil sie sich kritisch über den Islam geäussert hatten. In internationalen Rankings zur Pressefreiheit würde Frankreich ohnehin nur den 34. Platz belegen, monieren die Kritiker.

Die Kontroverse rund um die Doku kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Frankreich wählt im April einen oder eine neue Präsidentin. Amtsinhaber Emmanuel Macron möchte im Amt bleiben. Der Mitte-Kandidat dürfte von rechts jedoch gleich doppelt herausgefordert werden. Neben der Rechtspolitikerin und langjährigen politischen Gegnerin Marine Le Pen sorgt seit Monaten der Essayist und Neukandidat Eric Zemmour mit islam- und einwanderungskritischen Aussagen für Furore.

An einer Wahlkampfveranstaltung reihte er sich jüngst in die Reihe derjenigen ein, die den Fall Roubaix als emblematisch sehen: «Wenn Journalisten über diese Realität nicht mehr berichten, sondern von Politikern dazu aufgefordert werden müssen, haben sie die Prüfung nicht bestanden.» 

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, von einer Glaubensgemeinschaft unter Druck gesetzt?

Hier findest du Hilfe:

Infosekta, Fachstelle für Sektenfragen, Tel. 044 454 80 80

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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