TV-Rätselshow im Visier der Behörden
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TV-Rätselshow im Visier der Behörden

Telefongewinnspiele auf Sat1 Schweiz und Viva Schweiz sorgen für Aufregung: Die Bildrätsel sind derart knifflig, dass sie oft nicht gelöst werden können. Und wer per Telefon mitspielen will, zahlt pro Anruf auf die 0901-Nummer 1.50 Franken.

Mit umstrittenen Telefongewinnspielen auf Schweizer Fernsehkanälen macht ein Ex-TV-Star ein gutes Geschäft. Die Behörden sind bereits aktiv.

Die Sendungen auf Sat1 Schweiz und Viva Schweiz heissen «Call & Win» und «Easy Cash». Jede Nacht präsentieren hübsche Moderatorinnen dem TV-Publikum Bildrätsel. Über eine 0901-Nummer (1.50 Franken pro Anruf) kann man mehrere tausend Franken gewinnen, sofern man vom Zufallsgenerator ins Studio durchgestellt wird. Doch die Rätsel habens in sich: Oft dauert ein Spiel über eine halbe Stunde und muss dann ungelöst abgebrochen werden. «Man kann noch so genau hinschauen. Die Aufgaben sind praktisch unlösbar. Ich habe schon

ein Vermögen vertelefoniert», sagt ein verärgerter Teilnehmer.

Das Bundesamt für Justiz ist bereits aktiv geworden: «Meines Erachtens gehen die Spiele zu weit. Ob sie den gesetzlichen Rahmen tatsächlich sprengen, müsste aber ein Richter entscheiden», sagt Reto Brand, Chef der Sektion Lotterien und Wetten. Er hat den Fall an den Kanton Zürich weitergeleitet. Denn die Produktionsfirma der Sendungen, Voice Publishing, ist in Rümlang ZH angesiedelt. Chef ist Ex-«10vor10»-Moderator Jürg Wildberger.

Laut Voice Publishing sind die Rätsel durchaus lösbar: «Pro Tag und Sender zahlen wir 3000 bis 5000 Franken an Gewinn aus», sagt VR-Präsident Andreas Auerbach, der nicht verrät, wie viele Anrufe jeweils im Studio eingehen.

«Der Fall riecht schwer nach Abzocke», entrüstet sich Konsumentenschützerin Jacqueline Bachmann. Tatsächlich ist das Format lukrativ: Laut Sat1 Schweiz hatte «Call & Win» schon mal über

100000 Zuschauer.

Bernhard Brechbühl

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