TV-Sender gestrichen: Prügel für Cablecom
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TV-Sender gestrichen: Prügel für Cablecom

2007 streicht die Cablecom Rai Uno, Canale 5 und andere Sender aus dem analogen Angebot. Die harsche Kritik aus der Bevölkerung liess nicht lange auf sich warten.

Die Sender Rai Uno, Canale 5 und N-TV verschwinden ab 3. April 2007 aus dem analogen Angebot in der Deutschschweiz. Im Juni folgen mit einigen regionalen Abweichungen France 2, TF1 sowie der WDR.

Besonders pikant: Wer beim analogen Empfang bleiben möchte, muss trotz des geschrumpften Angebots mit einer Preissteigerung rechnen. Die Obergrenze für das analoge Grundangebot wird ab Januar 2008 von 21 auf 22,50 Franken erhöht. Der Unmut ist entsprechend gross. «Mafia-ähnlich!», «Geier Cablecom» und «Erpressung!» sind nur einige der erbosten Reaktionen, die bei 20 Minuten online eingingen.

Martin Wüthrich von Cablecom hat dafür wenig Verständnis. «Uns beim Wechsel auf Digitalfernsehen Erpressung vorzuwerfen, wäre, wie wenn man sich bei der Umstellung von Schallplatten auf CD beklagt hätte, einen CD-Player kaufen zu müssen.» Die Set-Top-Box, das notwendige Startset fürs Digitalfernsehen, wird auf Druck des Preisüberwachers Rudolf Strahm ab 1. April 2007 von 25 auf 6 Franken im Monat verbilligt. «Wir werden der Cablecom dabei auf die Finger schauen», so Strahm.

«Ein schlechter Zug»

Der Entscheid der Cablecom wird von der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) «scharf kritisiert», wie SKS-Geschäftsführerin Jacqueline Bachmann sagte. Es gehe nicht an, dass die Gebühren stiegen und das Angebot schrumpfe. Nun brauche es politische Rahmenbedingungen. Der Cablecom müsse vorgeschrieben werden, welche Sender sie im analogen Angebot zu belassen habe.

Reza Rafi/sda/jcg

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