Falsche Angaben : TV-Show kostet Studentin die Stipendien
Aktualisiert

Falsche Angaben TV-Show kostet Studentin die Stipendien

Eine Ex-Studentin muss ihre Stipendien zurückzahlen, entschied ein Berner Gericht. Zum Verhängnis wurde ihr eine Quizshow im Fernsehen.

Wegen einer Quizsendung flog die junge Frau auf.

Wegen einer Quizsendung flog die junge Frau auf.

Keystone/Peter Klaunzer

Eine ehemalige Studentin muss Ausbildungsbeiträge zurückbezahlen, weil sie bei den Behörden nicht korrekte Angaben über ihren Zivilstand gemacht hatte. Zu diesem Schluss kommt das bernische Verwaltungsgericht, das eine Beschwerde der Frau abgewiesen hat.

Die Frau lebte seit 2009 mit einem jungen Mann im gleichen Haushalt. Für ihr Studium beantragte sie 2011 ein Ausbildungsdarlehen. Dabei gab sie an, mit dem jungen Mann in einer Wohn-, nicht aber in einer Lebensgemeinschaft zu leben.

Gleiche Angaben machte die Frau auch bei neuerlichen Gesuchen für die Ausbildungsjahre 2012/13 und 2013/14. Im Juli 2014 heirateten die Beiden, worauf die zuständige Amtsstelle für die beiden letzten Ausbildungsjahre das Geld zurückforderte.

Keine Wohngemeinschaft

Die junge Frau habe schon während dieser Ausbildungsjahre in einer faktischen Lebensgemeinschaft mit dem Mann gelebt, so die Argumentation. Für die Berechnung der Ausbildungsbeiträge hätten daher die Einkünfte des Partners mitberücksichtigt werden müssen.

Die junge Frau bestritt dies und erhob Beschwerde. Aus dem gemeinsamen Zusammenleben habe sich erst später eine Paarbeziehung entwickelt, hielt sie fest. Auch ihr Partner gab an, in den ersten Jahren habe es sich um eine reine Zweckbeziehung gehandelt.

Das Verwaltungsgericht hat nun die Beschwerde der Frau abgewiesen, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil hervorgeht.

Im Fernsehen ausgeplaudert

Das Verwaltungsgericht geht davon aus, dass die Lebensgemeinschaft schon vor Februar 2013 bestanden hatte. Damals äusserte sich die junge Frau nämlich in einer Quizsendung im Fernsehen zu ihren Lebensumständen. Sie sei verlobt und plane ihre Hochzeit, sagte sie.

Es sei nicht zu beanstanden, kommt das Gericht zum Schluss, wenn die Amtsstellen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geschlossen hätten, dass sich bei dem Paar schon einige Monate vorher eine stabile Lebensgemeinschaft gebildet habe.

(SDA)

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