Auswanderer-Dokus: TV-Trend zur zweiten Heimat
Aktualisiert

Auswanderer-DokusTV-Trend zur zweiten Heimat

Das SF setzt seine DOK-Reihe «Auf und davon» fort: Produzent Marc Gieriet über die Highlights, die Unterschiede zu Deutschland und die Konkurrenz aus der Schweiz.

von
Philipp Dahm

Im Leutschenbach herrscht Fernweh: Das SF setzt die DOK-Reihe «Auf und davon» fort, in der das Laben Schweizer Auswanderer beleuchtet wird. Kein Wunder, denn die erste Staffel im Herbst 2009 war mit durchschnittlich 33,8 Prozent ein Quotenhit. Schon damals stand eine Fortführung im Raum: «Die vielen positiven Rückmeldungen sowie die Flut von Bewerbern, die uns im Anschluss anschrieben, dass auch sie vor diesem Schritt stünden, hat uns in dieser Absicht bestätigt», erklärte Produzent Marc Gieriet gegenüber 20 Minuten Online.

Am 30. Dezember (20.05 Uhr) zeigt SF1 in einem «Ein Jahr danach»-Special, wie es den Protagonisten aus der ersten Staffel in der Zwischenzeit ergangen ist. In der Fortsetzung ab dem 7. Januar lassen sich Eidgenossen an Orten wie Bali, Peru, Kanada oder Italien nieder, verrät Gieriet: «Und diesmal begleiten wir die Auswanderer dabei, wie sie in ihrer neuen Heimat einer Aufgabe nachgehen müssen. Die einen bauen zum Beispiel ein Ferienresort, die anderen satteln beruflich um und versuchen sich als Unternehmer.»

Dokumentation «ohne Show-Elemente»

«Vox» setzt mit «Goodbye Deutschland!» schon seit 2006 auf Auswanderer. Hätte hierzulande nicht schon früher auf das Zuschauerinteresse reagiert werden können? Gieriet hält dagegen, dass ein sorgfältiges Casting Zeit brauche: «Wir prüfen die Pläne der Kandidaten genau, bevor wir sie auswählen. Bei uns gibt es im Vergleich zu gewissen Sendungen im deutschen Privatfernsehen keine Fälle, bei denen das Publikum mitleidig oder aber schadenfreudig verfolgt, wie das Auswandern misslingt. Wir zeigen keine Show-Elemente, sondern den Alltag der Leute. Mit Höhepunkten, Rückschlägen, Abschieds- und Freudentränen.»

Das Interesse an Eidgenossen im Ausland hat seiner Meinung nach andere Gründe. «Wir Schweizer wollen wohl eher nah miterleben, wenn Leute wie du und ich etwas wagen, was vielleicht insgeheim auch unser Traum ist. Wir fiebern mit und freuen uns, wenn es gut kommt.» Auch wenn es den Menschen hierzulande materiell besser ginge, als im nördlichen Nachbarland, habe die erste Staffel bewiesen, dass das Thema relevant sei. «Sehnsucht ist keine Frage des Wohlstands», führt der Produzent aus.

«Abgrenzen müssen wir uns nicht»

Dass auch 3+ derzeit nach Auswanderern für eine Dokumentation sucht, macht den TV-Mann nicht nervös. «Abgrenzen müssen wir uns nicht. Ob wir ein Themengebiet alleine beackern oder ob das andere ebenfalls tun, ändert nichts an unserer Vorgehensweise. Am Schluss setzt sich die Qualität durch.» Der Schweizer Privatsender plant, im Frühjahr mit seinem Format auf Sendung zu gehen: «Wir werden die Geschichten in der gleichen Art und Weise erzählen, wie man das schon von `Bauer, ledig, sucht...? und `Bumann der Restauranttester? gewohnt ist: Unterhaltend und emotional», kündigte 3+ an.

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