USA: Twitter-Aktionäre stimmen Musk-Deal zu, obwohl er gar nicht mehr kaufen will

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USATwitter-Aktionäre stimmen Musk-Deal zu, obwohl er gar nicht mehr kaufen will

Die Aktionäre stimmten dem Milliarden-Deal bereits zu. Die Entscheidung, ob der Rückzug aus der Kaufvereinbarung des Tech-Milliardärs für ungültig erklärt wird, liegt jetzt beim Gericht. 

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Tech-Milliardär Elon Musk hat im April 2022 verkündet, dass er den Social-Media-Dienst Twitter kaufen möchte.

Tech-Milliardär Elon Musk hat im April 2022 verkündet, dass er den Social-Media-Dienst Twitter kaufen möchte.

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Kurz darauf verkündete der 51-Jährige, er wolle das Angebot wegen falscher Angaben zurückziehen. 

Kurz darauf verkündete der 51-Jährige, er wolle das Angebot wegen falscher Angaben zurückziehen. 

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Da die Twitter-Aktionäre dem Kauf zugestimmt haben, kommt es im Herbst zum Gerichtsprozess.

Da die Twitter-Aktionäre dem Kauf zugestimmt haben, kommt es im Herbst zum Gerichtsprozess.

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Darum gehts 

  • Die Aktionäre von Twitter haben dem Übernahme-Angebot von Elon Musk zugestimmt.

  • Der Tech-Milliardär will vom Deal zurücktreten, wie unlängst bekannt wurde.

  • Im Oktober entscheidet sich bei einem Prozess, ob Musk vom Kauf zurücktreten kann.

Die Aktionäre von Twitter haben der Übernahme des Unternehmens durch Tech-Milliardär Elon Musk wie erwartet zugestimmt. Die Mehrheit votierte am Dienstag für die Annahme des im April von Musk unterbreiteten Kaufangebots in Höhe von 54,20 Dollar pro Aktie. Allerdings hat der Tesla-Chef seine insgesamt rund 44 Milliarden Dollar schwere Offerte längst für ungültig erklärt. Ein Whistleblower, der im Streit um den Deal eine wichtige Rolle spielen könnte, sagte derweil vor dem US-Senat aus.

Musk wirft Twitter unter anderem Falschangaben zu Fake-Accounts vor und hält die Kaufvereinbarung deshalb für hinfällig. Der Konzern will den Deal aber vor Gericht durchsetzen. Im Oktober soll bei einem Prozess in Delaware entschieden werden, ob Musk vom Kauf zurücktreten kann. Den Aktionärinnen und Aktionären dürfte die Wahl nicht schwer gefallen sein: Twitter-Anteile notierten zuletzt bei 41,7 Dollar – weit unter Musks Angebot. Nun liegt das Schicksal des Deals allein beim Gericht.

«Tickende Zeitbombe an Sicherheitsschwachstellen»

Twitters ehemaliger Sicherheitschef Peiter Zatko hat unterdessen erneut gravierende Lücken beim Schutz von Nutzerdaten des Online-Dienstes bemängelt. Der im Januar gefeuerte Manager, der im Juli eine Beschwerde als Whistleblower gegen das Unternehmen einreichte, kritisierte die Twitter-Führung bei einer Senatsanhörung in Washington am Dienstag scharf.

Die Mängel der Internetplattform seien während seiner Zeit dort so schlimm gewesen, dass sie sogar ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellten, erklärte Zatko. Der IT-Experte, der auch unter seinem aus früheren Hacker-Zeiten stammenden Pseudonym «Mudge» bekannt ist, bezeichnete die Zustände bei Twitter als «tickende Bombe an Sicherheitsschwachstellen». In Kombination mit der Weigerung des Managements, die Probleme gegenüber Aufsehern, Nutzerinnen und Investoren einzuräumen, habe sich Twitter zu einem «realen Risiko» für Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner, den Demokratieprozess und die nationale Sicherheit entwickelt, hiess es in Zatkos Statement.

Twitter weist Anschuldigungen zurück

Die IT-Sicherheit von Twitter habe bei seinem Dienstantritt 2020 «mehr als ein Jahrzehnt hinter den Branchenstandards» gelegen, sagte Zatko. Seine Bemühungen, die Missstände zu beheben, seien vergeblich gewesen. Die Konzernführung habe zu wenig Ahnung vom Umgang mit Nutzerdaten gehabt und Profit statt Sicherheit in den Vordergrund gestellt.

Twitter hat die Anschuldigen bislang stets energisch zurückgewiesen und Zatko vorgeworfen, seinem früheren Arbeitgeber schaden zu wollen. Zatko bestritt, aus Groll gehandelt zu haben. Twitter hatte seine Entlassung mit mangelnder Leistung begründet.

Wichtiger Faktor im Prozess

Die Whistleblower-Kritik ist auch im Rechtskonflikt zwischen Elon Musk und Twitter um die im April vereinbarte Übernahme des Konzerns durch den Tech-Milliardär brisant. Musk hat den Deal für nichtig erklärt, dabei stützte er sich zunächst auf angebliche Falschangaben zur Anzahl von Spam-Nutzerkonten und Bots. Inzwischen hat Musk seine Argumente um Zatkos Kritik zu angeblich mangelnder Datensicherheit erweitert.

Die zuständige Richterin stimmte zuletzt einem Antrag seiner Anwälte zu, diese Aspekte in der Klage zu ergänzen. Whistleblower Zatko könnte also zu einem wichtigen Faktor werden.

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(DPA/jar)

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