Explizite Inhalte: Twitter ist ein Paradies für Pornofreunde

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Explizite InhalteTwitter ist ein Paradies für Pornofreunde

Auf Facebook und Instagram ist es verboten, Aufnahmen von Geschlechtsteilen hochzuladen. Bei Twitter hingegen wimmelt es nur so von Nackedeis jeglicher Ausprägung.

von
Stephanie Sigrist

In Twitter hatte sie den idealen Verbreitungskanal gefunden: Die freizügige Angestellte der Parlamentsdienste postete dort regelmässig Bilder, die sie nackt oder beim Sex zeigen. Ein Teil der Fotos war an ihrem Arbeitsplatz aufgenommen worden. Nun hat der Bund gehandelt und die Angestellte per sofort freigestellt. Rund 11'000 Follower hatten bis zu diesem Zeitpunkt die freizügigen Selfies der Bundes-Mitarbeiterin gesehen. Inzwischen wurde das Profil gelöscht.

Landesweit sorgten die Nacktfotos für Empörung. Doch auf Twitter sind Beiträge wie derjenige der Parlamentsdienst-Angestellten keine Seltenheit. Zahlreiche User präsentieren sich ganz oder zumindest teilweise entblösst. Ein noch relativ harmloses Beispiel dazu ist @NakedWhiteWomen, ein Profil das - wie der Name schon sagt - weisse Frauen im Evakostüm zeigt. Auch Fotos und Videos diverser Sexpraktiken sind unter einschlägigen Hashtags zu finden.

User sind selbst verantwortlich für ihre Bilder

Bei Facebook und Instagram dagegen sind Fotos von männlichen und weiblichen Geschlechtsteilen oder Darstellungen sexueller Handlungen strikt verboten. Auf beiden sozialen Netzwerken werden die User dazu aufgefordert, gegen diese Richtlinien verstossende Inhalte den Plattformbetreibern zu melden. In den Twitter-Nutzungsbedingungen heisst es zwar ebenfalls, dass veröffentlichte Beiträge kontrolliert würden. Doch es wird nicht explizit gesagt, welche Art von Inhalten nicht erwünscht seien. Das Mikroblogging-Unternehmen appelliert schliesslich an die Eigenverantwortung seiner Nutzer: «Sie sind selbst verantwortlich für Ihre Postings und die Konsequenzen derselben», steht auf der Website.

Laut Rechtsanwalt Martin Steiger, der sich auf Internetrecht spezialisiert hat, ist das Vorgehen von Twitter legal. «Jedes Unternehmen darf grundsätzlich selbst entscheiden, was auf seiner Plattform gezeigt wird.» In der Schweiz ist das Darstellen von pornografischen Inhalten erlaubt, solange es sich dabei nicht um sogenannte harte Pornografie handelt. Darunter fallen sexuelle Handlungen mit Kindern oder Tieren sowie extreme Gewaltdarstellungen. «Solche Inhalte müssen nach Schweizer Recht aus sozialen Netzwerken entfernt werden», sagt Steiger. Ansonsten könnten auch die Plattformbetreiber bestraft werden.

Problematisch sei bei Twitter hingegen, dass die einschlägigen Postings auch für Nutzer unter 16 Jahren verfügbar seien. «Ein Schweizer Unternehmen müsste diesbezüglich zurückhaltender sein», so der Rechtsanwalt.

Rihanna musste Nippelbild entfernen

Das Bilderportal Instagram kennt dagegen bezüglich nackten Menschen kein Pardon und wurde von Promis dafür auch schon kritisiert. So sind beispielsweise Aufnahmen von Brüsten erlaubt, es dürfen aber keine Nippel zu sehen sein. Sängerin Rihanna musste im Mai dieses Jahres auf Drängen von Instagram einen Screenshot entfernen, auf dem ihre Brüste zu sehen waren. Die 26-Jährige tat zwar wie geheissen, trotzdem war ihr Profil einige Zeit später komplett verschwunden.

Im gleichen Monat wurde auch das Profil von Bruce Willis' Tochter Scout deaktiviert, weil sie zwei Fotos mit halbnackten Frauen postete. Ihrem Ärger machte die 22-Jährige daraufhin Luft, indem sie oben ohne durch New York spazierte.

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