Aktualisiert 14.03.2013 14:50

@JMBergoglioTwitter sperrt nebulösen Papst-Account

Kaum stand Jorge Mario Bergoglio als neuer Papst fest, überschlugen sich die Tweets und Tausende folgten dem Neuen. Doch der Kurznachrichtendienst hat dem einen Riegel vorgeschoben.

von
Olaf Kunz

Die Wahl von Jorge Mario Bergoglio zu Papst Franziskus generierte so viele Twitter-Nachrichten wie kein Ereignis der katholischen Kirche zuvor. Sieben Millionen Tweets gingen zum Thema ein, teilte Twitter mit.

Bereits kurz nach der Wahl des Papstes wurde am Mittwochabend der päpstliche Twitter-Account @pontifex wiedereröffnet. «Habemus Papam Franciscum» (Wir haben einen Papst, Franziskus), war der erste Tweet über das Konto des neuen Kirchenoberhaupts. Er war in Latein verfasst. Die Nachricht vom Vatikan-Konto @pontifex, «Habemus Papam Franciscum» wurde bis dato (Stand: Donnerstag, 10.30 Uhr) 77'914 Mal geretweetet.

Papst Benedikt XVI. war der erste Papst, der twitterte. Das Konto gibt es seit dem 12. Dezember 2012. Seitdem verfolgten rund 2,5 Millionen Menschen die dort veröffentlichten Kurzbotschaften des Papstes in 9 Sprachen. Da Benedikt über den Kurznachrichtendienst auch viele hämische Kommentare erreichten, war das Twittern des Papstes innerhalb der Kirche nicht unumstritten.

@JMBergoglio gesperrt

Unmittelbar nach Verkündung des Nachfolgers auf den Heiligen Stuhl stürzten sich Twitter-Mitglieder auf den Account @JMBergoglio und folgten diesem. Noch ist unklar, ob es sich um den persönlichen Twitter-Kanal von Jorge Mario Bergoglio handelt. Die Followerzahlen stiegen dessen ungeachtet in rasendem Tempo – zeitweise bis zu 150 pro Sekunde.

Die Betreiber von Twitter dürften wohl von Namensmissbrauch ausgegangen sein. In solchen Fällen wird mitunter schnell reagiert und betreffende Konten gesperrt. Vor der Schliessung hatte der Account bereits über 100'000 Folger.

«Amen und weiter trinken!»

Auf unseren Aufruf hin twitterten zahlreiche User die Botschaft, die sie als neuer Papst als Erstes abgesetzt hätten. Jan Böhmermann wäre in die neue Amtszeit mit einem Bekenntnis gestartet: «Jeder Papst ist eine Prinzessin.» Netzarzh hätte hingegen zur Gelassenheit aufgerufen. Und zwar mit folgendem Tweet: «Amen und weiter trinken!» Twinleaks Reaktion wäre derer von Franziskus nicht unähnlich gewesen und hätte seine Überraschung ausgedrückt: «Oh mein Gott!» Etwas zynisch hätte Rolaeschaffer ins Twitterhorn gestossen: «Teipsum tantum. Fecistis nunc», was frei übersetzt so viel bedeutet wie «Sie haben gewählt. Nun haben Sie es.»

Mit einem wahren Paukenschlag wäre Wernermarxer angetreten: «Habe das Zölibat abgeschafft.» Ebenfalls einen Paukenschlag hätte Marco_Jud in die Welt gezwitschert: «Morgen heirate ich!» Es ist unwahrscheinlich, dass wir je so etwas in der Amtszeit von Franziskus auf @pontifex lesen werden – es sei denn, der Account wird gehackt von Marco_Jud, Twinleaks & Co.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.