Aktualisiert 11.01.2010 17:10

USA

Twitter-Streit endet mit Mord

Zwei Nachbarn aus Harlem, New York, haben ihren Streit auf dem Microblogging-Dienst Twitter ausgetragen. Wenige Stunden nach dem letzten Tweet eskalierte der Konflikt in einem Mord.

von
mbu
Kwame Dency (22) wurde in New York erschossen, nachdem er sich via Twitter mit seinem Nachbarn gestritten hatte. Nun sitzt der Verdächtig Jameg Blake (22) hinter Gittern.

Kwame Dency (22) wurde in New York erschossen, nachdem er sich via Twitter mit seinem Nachbarn gestritten hatte. Nun sitzt der Verdächtig Jameg Blake (22) hinter Gittern.

Die letzten auf Twitter veröffentlichten Kurznachrichten zwischen Kwame Dency (22) und Jameg Blake (22) werden nun als Beweismittel in einer Gerichtsverhandlung verwendet, schreibt das Newsportal nydailynes.com. Blake wird beschuldigt, am 1. Dezember des vergangenen Jahres seinen Nachbarn mit einem gezielten Genickschuss getötet zu haben. Zuvor haben sich die zwei Streithähne auf Twitter bedroht. Blake schrieb in seinem letzten Tweet zwei Tage nach dem Mord: «R.I.P. Kwame». Jetzt wollen die Behörden abklären, ob die Tweets zum tragischen Ausgang des Streits beigetragen haben. «Das ist doch kein Grund jemanden zu erschiessen. Ich weiss nicht, was mit dem Twitter-Ding schief läuft», wird die Mutter des Opfers im Artikel zitiert.

Mit Twitter auf Verbrecherjagd

Die New Yorker Polizei überwacht gezielt die Tweets von Gangmitgliedern: «Wir können die Nachrichten überfliegen um diese Typen zu verfolgen», wird ein Cop auf dem Newsportal nydailynews.com zitiert. Offenbar nutzen Gangs vermehrt Twitter, um untereinander zu kommunizieren. Im Artikel ist die Rede von einem Jungen, dem vor ein paar Wochen auf Höhe der Lenox Avenue ins Bein geschossen wurde. Es wird die Vermutung geäussert, dass eine Auseinandersetzung, die ihren Ursprung auf Twitter hatte, zur blutigen Abrechnung geführt hat.

Da die Überwachungsmassnahmen der Polizei bei den Jugendlichen nicht unbemerkt geblieben ist, haben sie damit begonnen, ihre Ausdrucksweise anzupassen. Die Tweets werden dadurch quasi kodiert und die Cops haben es nicht mehr ganz so einfach, die Inhalte zu verstehen.

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