Privatsphäre: Twitter will mehr Nutzerdaten
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PrivatsphäreTwitter will mehr Nutzerdaten

Der Microblogging-Dienst blendet seit kurzem ein Fenster ein, in dem User aufgefordert werden, echte Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern einzugeben.

von
hst
«Be found on Twitter»: Microblogging-Dienst will mehr Daten seiner Nutzer.

«Be found on Twitter»: Microblogging-Dienst will mehr Daten seiner Nutzer.

Wie es im Pop-up namens «Be found on Twitter» heisst, sollen die so gewonnenen Nutzerdaten nicht unmittelbar der Weböffentlichkeit angezeigt, sondern in Twitters Suchindex aufgenommen werden. Allerdings scheint der Microblogging-Dienst einen Opt-out-Button vergessen zu haben, denn es stehen nur die Schaltflächen «Good to go!» und «Ask me later» zur Verfügung. Wie man von dem Fenster in Ruhe gelassen wird, hätte 20 Minuten Online gern von Twitter selbst erfahren. Doch das Unternehmen hat auf eine gestern Morgen gestellte Anfrage bislang nicht reagiert.

Hintergrund des Ganzen könnte sein, dass der Microblogging-Dienst eine weitere Erlösquelle erschlossen zu haben scheint. Denn wie mediapost.com unter Berufung auf Anamitra Banerji von Twitter schreibt, soll sich eine Werbeplattform bereits in der Testphase befinden. Es gilt als offenes Geheimnis, dass Twitter bislang nicht profitabel ist - trotz aktueller Erfolgsmeldungen wie dieser: Im offiziellen Blog wurde eine Statistik veröffentlicht, aus der ersichtlich wird, dass durchschnittlich 50 Millionen Tweets täglich veröffentlicht werden, also rund 579 Kurznachrichten pro Sekunde. 2007 waren es noch 5000 Tweets pro Tag, wie 20 Minuten Online berichtete. Falls Twitter aktuell rund 73 Millionen registrierten User überzeugen kann, mehr reale Daten von sich preiszugeben, könnte das Unternehmen zielgenauere Anzeigen einblenden, was sich wiederum in höheren Werbepreisen niederschlagen dürfte.

Mit seinen Daten sollte man vorsichtig umgehen, denn Twitter-Nutzer werden immer wieder Opfer von Phishing-Attacken. In Form so genannter Direct Messages (DM) erhalten User Nachrichten wie «LOL, bist das du?». Angefügt wird eine Short-URL, aus der auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist, auf was für einer Seite man landet, wenn darauf geklickt wird. Auf der aufgerufenen Webseite werden die Opfer dann aufgefordert, ihre Logindaten einzutippen. So bekommen die Phisher Zugang zum persönlichen Profil, welches sie missbrauchen, um Nachrichten an die Follower zu versenden. Diese würden dann teilweise auch Spam-Links erhalten, die es auf das Geld der User abgesehen haben, ist auf dem offiziellen Blog zu lesen. Um den Phishing-Attacken einen Riegel vorzuschieben, können DM-Nachrichten nur noch an Accounts verschickt werden, denen man als User folgt. Bei schon betroffenen Accounts zieht Twitter die Notbremse und löscht sie kurzerhand. In der Blogmitteilung von Twitter wird zudem geraten, nur Profilen zu folgen, denen man auch vertraut, da das wahllose Hinzufügen zu bösen Überraschungen führen kann. Weitere Tipps zum sicheren Umgang mit dem Microblogging-Dienst hat Twitter in einer Kurzanleitung zusammengestellt.

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