Schweizer App: Typewise räumt bei «Höhle der Löwen» ab
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Schweizer AppTypewise räumt bei «Höhle der Löwen» ab

Nicht nur einer, sondern gleich drei Löwen wollen sich einen Teil der Schweizer App Typewise sichern. Kritik gab es allerdings dennoch.

von
Dominique Zeier

So erging es den Gründern von Typewise in der «Höhle der Löwen».

TV24

Darum gehts

  • Am Dienstagabend war die Schweizer App Typewise in der «Höhle der Löwen Schweiz» zu Besuch.

  • Den Gründern gelang es, gleich drei Löwen von ihrem Produkt zu überzeugen.

  • Die anderen Löwen wagten jedoch Zweifel.

  • Co-Gründer David Eberle und Janis Berneker sind mit dem Resultat äusserst zufrieden.

Das lange Warten hat ein Ende: Am Dienstagabend hiess es für David Eberle und Janis Berneker, die die Schweizer App Typewise entwickelt haben, endlich Showtime. Ihr grosser Auftritt in der «Höhle der Löwen Schweiz» flimmerte um 20.15 Uhr über die Bildschirme. Und nun ist endlich klar: Die beiden Co-Gründer haben es geschafft.

Nicht nur einer der Löwen, sondern gleich drei konnten zu einem Investment in «Typewise» überzeugt werden. Ursprünglich hatten Eberle und Berneker nach 250’000 Franken für sieben Prozent Anteil an ihrem Unternehmen gefragt. Ein Gegenangebot von Anja Graf, Roland Brack und Bettina Hein für 250’000 Franken zu 15 Prozent konterten die Typewise-Gründer mit der Frage, ob nicht etwas mehr drinliege. Die Löwen einigten sich schliesslich auf 300’000 Franken für 15 Prozent der Firma. Sichtlich erleichtert stimmten Berneker und Eberle dem Angebot zu.

«Wir sind stolz»

«Unsere Freude ist sehr gross!», so Eberle nach dem erfolgreichen Auftritt. «Unsere intensiven Vorbereitungen haben sich gelohnt. Ein bisschen stolz sind wir auch, dass wir erfahrene Investoren, die selbst ein Technologie-Unternehmen aufgebaut haben und diese Materie sehr gut verstehen, von Typewise und auch von uns überzeugen konnten.»

Mit dem Resultat sind sie vollends zufrieden: «Besser hätte es nicht kommen können. Sowohl mit Bettina Hein als auch mit Roland Brack werden wir eng zusammenarbeiten. Bettina Hein berät uns zur Strategie und Vermarktung, und Roland Brack unterstützt uns bei der Weiterentwicklung des Produktes.»

Was ist Typewise?

Typewise ist eine App, die von den beiden Schweizern David Eberle und Janis Berneker entwickelt wurde. Sie wirft das Konzept traditioneller Tastaturen über den Haufen und hat die Buchstaben neu in hexagonaler Form angeordnet. «Herkömmliche Tastaturen sind für alte Schreibmaschinen und Computer konzipiert, bei denen man das Zehnfingersystem anwenden kann. Auf ein Telefon, auf dem man hauptsächlich mit den Daumen tippt, trifft dies allerdings nicht zu», erklärt Eberle.

Die App ist kostenlos, für Premium-Features können Nutzer aber monatlich bezahlen. Wie herkömmliche Handy-Tastaturen auch verfügt Typewise über ein Vorhersage-Feature, das Wörter vorschlägt und mit der Zeit das Vokabular des Nutzers lernt. Die gelernten Wörter werden allerdings anders als bei Tastaturen wie beispielsweise Swiftkey nicht in der Cloud, sondern nur auf dem Gerät gespeichert. «Datenschutz geht bei uns vor», so Eberle. Die Tastatur bietet aber nicht nur ein anderes Layout und eine andere Vorhersagefunktion, sondern auch eine neue Technologie, die die Autokorrektur mithilfe von künstlicher Intelligenz grundsätzlich verbessern soll.

Dass es für die beiden Co-Gründer so erfolgreich enden würde, war nicht von Anfang an klar. «Ich bin normalerweise gar kein Fan vom App-Geschäft», meinte Hein zuerst. Dem stimmte auch Graf zu: «Ja, eigentlich ist das schon ziemlich altmodisch.»

Skeptische Stimme

Ausserdem zeigten sich die Löwen skeptisch, was das Finanzierungsmodell der App angeht. «Mir erschliesst sich das Geschäftsmodell nicht ganz», sagt Tobias Reichmuth. «Das können andere Unternehmen ja einfach nachbauen und nur eine Kleinigkeit ändern. Das macht das Patent kaputt.» Daher hänge der Erfolg dieser Tastatur davon ab, ob sie viral gehe oder nicht. Reichmuth wünschte den Gründern viel Glück, zog sich selbst als Investor aus diesem Grund aber zurück.

Das brachte die anderen Löwen schliesslich aber nicht von ihrer Entscheidung ab. «Das Ganze ist natürlich noch sehr spekulativ», findet Hein, nachdem die beiden Entwickler die «Höhle» wieder verlassen hatten. «Aber wenn Apple das mal aufkauft, kann man ein gutes Geschäft machen.» Auch Berneker und Eberle zeigen sich begeistert: «Nach der Sendung haben wir uns natürlich sehr gefreut – denn mit dem Investment können wir mit Typewise nun richtig Gas geben!»

So sieht die Typewise-App aus.

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