Leichtathletik: Tyson Gay nicht in Lausanne
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LeichtathletikTyson Gay nicht in Lausanne

Die 36. Athletissima vom kommenden Donnerstag geht voraussichtlich ohne Sprinter Tyson Gay über die Bühne. Der Amerikaner zog seine Startzusage wegen Hüftbeschwerden zurück.

Ganz sicher ist es allerdings noch nicht, dass der Jahresschnellste über 100 m in Lausanne fehlen wird. Meeting-Direktor Jacky Delapierre bezifferte die Wahrscheinlichkeit für einen Start Gays auf 20 Prozent. «Wir halten ihm die Türe offen», sagte Delapierre, der jährlich rund 80'000 Flugkilometer absolviert, um die Verträge für sein Meeting unter Dach und Fach zu bringen.

Eine dieser Reisen führte ihn unlängst zum Diamond-League-Meeting in New York, wo er Gay zwei Tage nach dessen Wettkampf traf. Der erste Herausforderer von Sprintkönig Usain Bolt erklärte, dass er unmittelbar nach einem Wettkampf zwar keine Schmerzen verspüre, in den Tagen danach wegen Hüftbeschwerden aber kaum trainieren könne. An den derzeit stattfindenden US-Trials in Eugene ist Gay einer extrem hohen Belastung ausgesetzt, weshalb er Lausanne aus der Planung gestrichen hat.

Für Bolt ist die Athletissima keine Option mehr, da er aus sportpolitischen Gründen bis am Montag bei den jamaikanischen Trials weilen muss, obwohl er dort nicht startet. Als Titelverteidiger über 100 und 200 m ist er für die WM in Daegu (SKor) gesetzt. «Das Meeting in Lausanne kommt zwei Tage zu früh», liess Bolts Manager Ricky Simms Delapierre wissen. «Aber für das Meeting 2012 am 23. August könnt ihr das Couloir 5 über 200 m reservieren.»

Heuer kommt es im 100-m-Lauf zum Duell zwischen Asafa Powell (Jam) und Christophe Lemaitre (Fr). Der dreifache Europameister senkte die persönliche Bestzeit diese Saison auf 9,95 Sekunden. Powell stellte seine Bestmarke unmittelbar nach der Enttäuschung an den Olympischen Spielen in Peking (5.) auf, als er auf der Pontaise den Meetingrekord von 9,72 aufstellte. In dieser Saison steht Powell mit 9,93 zu Buche.

Insgesamt sind in den 18 Disziplinen 13 Weltmeister, 11 Europameister und 5 Olympiasieger gemeldet. Den Höhepunkt des Abends setzt möglicherweise 800-m-Weltrekordhalter David Rudisha. Der Kenianer strebt nach einer kurzen Verletzungspause kein taktisches Rennen, sondern einen Lauf gegen die Zeit an.

Verärgert reagieren die Athletissima- Verantwortlichen auf die Absage von Weitspringerin Irene Pusterla, die am Donnerstagabend in Chiasso ihren Schweizer Rekord auf 6,81 m verbesserte. Als offizielle Begründung geben die Psychologie-Studentin Pusterla und ihr Trainer Andrea Salvade eine Prüfung an der Uni Lausanne an - diese steht vier Tage nach dem Meeting an. Allerdings wohnt Pusterla in Lausanne und könnte einen Diamond-League-Einsatz mit vergleichsweise wenig Aufwand bestreiten. Salvade, der Lausanne wie auch die WM in Daegu aus langfristigen Überlegungen nie in der Planung 2011 aufgeführt hatte, sprach sich jedoch klar gegen einen Start an der Athletissima aus. (si)

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