Aktualisiert 06.07.2012 21:07

Diamond League

Tyson Gay siegt in Paris über 100 Meter

Beim Diamond-League-Meeting in Paris bildete das 5000-m-Rennen der Männer das Highlight. Über 100 m setzte sich der Amerikaner Tyson Gay durch. Insgesamt gab es fünf Jahresweltbestleistungen.

Tyson Gay entscheidet den 100m-Sprint für sich.

Tyson Gay entscheidet den 100m-Sprint für sich.

Über 5000 m lief der äthiopische WM-Dritte Dejen Gebremeskel die letzte Runde in 54,66 Sekunden und rückte mit 12:46,81 Minuten in der ewigen Bestenliste auf Rang 5 vor - hätte er kurz vor der Ziellinie nicht abgebremst hätte er wohl auch den Kenianer Eliud Kipchoge (12:46,53) überholt. Die bisherige Jahresweltbestleistung des britischen Weltmeisters Mo Farah unterbot Gebremeskel um mehr als zehn Sekunden.

Zweiter wurde dessen erst 18-jähriger Landsmann Hagos Gebrhiwet, der mit 12:47,53 einen Junioren-Weltrekord (zuvor Kipchoge/12:52,61) aufstellte. Nicht weniger als sechs Läufer blieben erstmals unter 12:50. Grosser Geschlagener war Weltrekordhalter Kenenisa Bekele, der in 12:55,79 Neunter wurde. Da das Rennen in Paris gleichbedeutend mit der äthiopischen Olympia-Ausscheidung war, kann Bekele in London seinen Titel über 5000 m nicht verteidigen. Dies ist angesichts seiner bisherigen Leistungen in dieser Saison nicht überraschend. Deshalb hielt sich seine Enttäuschung in Grenzen. Er werde über 10'000 m starten, so Bekele, der wegen Verletzungen an der Wade und am Knie praktisch die letzten zwei Jahre hatte pausieren müssen.

Gay fängt Gatlin ab

Tyson Gay fing im 100-m-Sprint der Männer Justin Gatlin auf den letzten Metern noch ab und revanchierte sich für die Niederlage an den US-Trials. Die Siegerzeit fiel mit 9,99 Sekunden allerdings bescheiden aus - es war windstill. Für Gatlin, der sich mit 10,03 begnügen musste, war es die erste Niederlage in diesem Jahr. An den US-Trials hatte der nach einer vierjährigen Dopingsperre zurückgekehrte Olympiasieger von 2004 noch mit 9,80 überzeugt. Dritter wurde in 10,08 Sekunden der französische Europameister Christophe Lemaitre, der somit 2012 weiterhin auf eine Zeit unter Sekunden wartet. Gay: Vielleicht habe er beim Start einige Fehler gemacht. «In London will ich die Goldmedaille gewinnen.» Gatlin sagte, dass er etwas müde gewesen sei. Trotz der Niederlage bezeichnete er seine Chance, Olympia-Gold zu gewinnen, als gut. «Ich will nicht trainieren, um Zweiter oder Dritter zu sein.»

Über 800 m bewies David Rudisha seine Extraklasse. Der kenianische Weltrekordhalter und Weltmeister distanzierte seine Konkurrenten zu Statisten und siegte in 1:41,54 mit über vier Sekunden Vorsprung. Mit dieser Zeit verbesserte er seine Jahresweltbestleistung um zwei Zehntel - den Weltrekord verpasste er lediglich um 53 Hundertstel. Neben Rudisha selber war bislang einzig Wilson Kipketer (Dä) über die beiden Bahnrunden schneller gewesen. «Bei perfekten klimatischen Bedingungen hätte ich vielleicht den Weltrekord gebrochen», sagte Rudisha. Er sei glücklich und beeindruckt über die Art, wie er heute gelaufen sei.

Topleistung von Sally Pearson

Eine Topleistung gelang auch Hürdensprinterin Sally Pearson, die mit 12,40 Sekunden ihre Jahresweltbestleistung um neun Hundertstel unterbot. Über 400 m Hürden verbesserte Javier Culson aus Puerto Rico die eigene Jahresweltbestmarke um 14 Hundertstel auf 47,78. Der WM-Zweite wurde am Ende beinahe noch vom britischen Weltmeister David Greene abgefangen - dieser stellte mit 47,84 eine persönliche Bestzeit auf.

Für die fünfte Jahresweltbestleistung am gestrigen Abend zeichnete Mariem Alaoui Selsouli über 1500 m verantwortlich. Die 28-jährige Marokkanerin war mit 3:56,15 um 39 Hundertstel schneller als Abeba Aregawi Ende Mai in Rom. Selsouli, die bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin positiv getestet worden war und für zwei Jahre gesperrt wurde, steigerte ihre Bestzeit um 4,62 Sekunden.

Erste Niederlage für Perkovic

Die Kroatin Sandra Perkovic erlitt die erste Niederlage in dieser Saison im Diskus. Die Europameisterin verzeichnete vier ungültige Versuche und musste sich mit schwachen 61,46 m der Australierin Dani Samuels (61,81), der Weltmeisterin von 2009, geschlagen geben. (si)

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