U-Boot: Russen bitten die US-Marine um Hilfe
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U-Boot: Russen bitten die US-Marine um Hilfe

Erinnerungen an die Kursk-Katastrophe werden wach: Vor der sibirischen Halbinsel Kamtschatka sind sieben Matrosen in einem russischen Mini-U-Boot unter Wasser eingeschlossen. Ihr Boot hängt in 190 Metern Tiefe auf dem Meeresboden fest.

Dies nachdem sich der Antriebspropeller in einem Fischernetz verfangen hat, wie die Marine am Freitag mitteilte. Berichten zufolge reichen die Sauerstoffvorräte für die Besatzung möglicherweise nur für 48 Stunden. Der Unfall ereignete sich der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Donnerstag während einer Übung.

Der Sauerstoff an Bord sei innerhalb von zwei Tagen aufgebraucht, zitierte Interfax den Kommandeur der russischen Pazifikflotte, Admiral Viktor Dmitriew. Ein weiterer Marinekommandeur bestätigte dem Bericht zufolge, die Atemluft reiche bei einer siebenköpfigen Besatzung nur für 48 Stunden. An Bord der Mini-U-Boote sind üblicherweise nur drei Besatzungsmitglieder.

Der Sprecher der russischen Pazifikflotte, Oberst Alexander Kosopalow, erklärte dagegen, die Matrosen könnten mit den Sauerstoffvorräten vermutlich vier Tage ausharren. Solche Mini-U-Boote hätten üblicherweise genügend Atemluftvorräte für 120 Stunden. Ausserdem seien zusätzliche Sauerstoffgeräte an Bord, verlautete aus Kreisen der Militärstaatsanwaltschaft.

Die Männer seien nicht verletzt, und die Marine stehe in Kontakt mit ihnen, sagte Kosopalow. Vor einem Rettungsversuch solle ein ähnliches U-Boot zunächst genauere Informationen über die Lage des so genannten Bathyskaphs liefern. In der Region seien neun Kriegsschiffe unterwegs, die bei einer Rettungsaktion helfen könnten.

Marinesprecher Kapitän Igor Digalo sagte der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti, die US-Marine sei um Hilfe gebeten worden. Einzelheiten nannte er nicht.

Laut einem Vertreter der Militärstaatsanwaltschaft liegt das U-Boot in der Berjosowaja-Bucht 200 Kilometer südlich der Hauptstadt von Kamtschatka, Petropawlowsk-Kamtschatski. Interfax berichtete dagegen, das Schiff liege 75 Kilometer vor der Stadt.

Vor fast genau fünf Jahren sank in der Barentssee das russische Atom-U-Boot Kursk mit 118 Seeleuten an Bord. Die russischen Behörden gerieten wegen ihrer Reaktion auf das Unglück damals heftig in die Kritik. (dapd)

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