Suche nach vor Bali verschwundenem U-Boot KRI Nanggala dauert an
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Indonesien sucht nach KRI NanggalaU-Boot verschwunden – «Die Crew hat noch Sauerstoff bis Samstag»

Die Suche nach dem seit Mittwoch vor Bali verschollenen Unterseeboot KRI Nanggala dauert an. Gemäss der Marine reicht der Sauerstoff an Bord 72 Stunden – also bis Samstag um 3 Uhr Ortszeit.

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Die Kommunikation mit der KRI Nanggala-402 riss am Mittwoch während eines Manövers ab.

Die Kommunikation mit der KRI Nanggala-402 riss am Mittwoch während eines Manövers ab.

Indonesian Navy
KRI Nanggala-402 bei einer gemeinsamen Seeübung mit der U.S. Navy.

KRI Nanggala-402 bei einer gemeinsamen Seeübung mit der U.S. Navy.

U.S. Navy
Das Jagd-U-Boot Nanggala verfügt über einen besonders leisen Elektro-Antrieb und acht Torpedos als Bewaffnung.

Das Jagd-U-Boot Nanggala verfügt über einen besonders leisen Elektro-Antrieb und acht Torpedos als Bewaffnung.

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Darum gehts

  • Am Mittwoch verschwand das indonesische U-Boot KRI Nanggala-402 während einer Übung vor Bali.

  • Die Marine sucht mit Hilfe von Schiffen anderer Nationen nach dem Schiff, doch bislang wurde nur ein Ölfleck auf dem Meer entdeckt.

  • Laut Experten stehen die Chancen für die Crew schlecht.

Die indonesische Marine sucht weiterhin fieberhaft nach dem U-Boot KRI Nanggala, das am Mittwoch während einer Übung zum Torpedo-Testen verschwand. Im Einsatz stehen sechs Kriegsschiffe und Helikopter. Als sich die Crew des 1980 in Deutschland gebauten und 2012 in Korea revidierten Jagd-U-Bootes nicht wie befohlen meldete, löste die Admiralität Alarm aus. Die Nanggala war rund 90 Kilometer vor der Küste Balis unterwegs, als sie um 4.30 Uhr Ortszeit verschwand.

Experten vermuten das Schiff in 700 Metern Tiefe – ausgelegt ist es für Tauchgänge bis maximal 500 Meter. Ein Ölfleck, der auf der Meeresoberfläche entdeckt wurde, wird als Indiz dafür gedeutet, dass die Nanggala beschädigt sein könnte. «Die Sauerstoffreserve des U-Bootes im Fall eines Stromausfalls ist 72 Stunden», so Yudo Margono, Stabschef der indonesischen Marine, gemäss der «Jakarta Post». Es bleibe noch Zeit bis am Samstag um 3 Uhr Ortszeit. «Hoffentlich finden wir sie vorher», so Margono.

Ausstieg in dieser Tiefe unmöglich

Als mögliche Ursache des Vorfalls vermuten die Militärs eine Panne: «Es ist denkbar, dass während des Tauchgangs der Strom ausfiel und die Crew keine Kontrolle mehr über das Boot hatte. In diesem Fall konnten auch keine Notfallmassnahmen ergriffen werden», heisst es in einem Communiqué der Marine.

Bei der Suche nach der Nanggala – und möglicherweise der Bergung der Crew – haben Indien, Singapur, Malaysia und Australien Hilfe zugesichert. Die australische Aussenministerin Marise Payne sagte, man wolle «auf jede Art helfen, auf die man könne».

Laut U-Boot-Experte Frank Owen vom Submarine Institute of Australia ist das grösste Problem, dass die Nanggala nicht mit dem Equipment ausgestattet ist, um sich über die Notluke mit einem Rettungs-Tauchboot zu verbinden. «Daher gibt es keine Rettungsmöglichkeit», betont er. «Wenn das U-Boot in weniger als 180 Metern auf dem Meeresboden liegt, kann die Besatzung einzeln mit einem Spezialanzug entkommen. In mehr als 180 Metern Tiefe gibt es jedoch keine Fluchtmöglichkeiten.» Das gesamte U-Boot zu heben sei in diesem Fall die letzte Möglichkeit, das aber sei ein «sehr langer Prozess».

Die KRI Nanggala-402

Das verschollene U-Boot mit diesel-elektrischem Motor wiegt 1395 Tonnen, ist 59,5 Meter lang, 6,3 Meter breit und 5,5 Meter tief. Es wurde 1977 beim Unternehmen Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel bestellt und 1981 in Betrieb genommen, 2012 wurde die Nanggala in Korea renoviert. Das U-Boot der Klasse 209 ist für küstennahe Operationen ausgelegt. Es verfügt über acht Torpedorohre und kann unter Wasser eine Geschwindigkeit von 22 Knoten (40 km/h) erreichen. Die indonesischen Streitkräfte verfügen über insgesamt fünf Unterseeboote.

(trx/dpa)

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