Aktualisiert 27.08.2012 15:17

Drama von Seftigen«U. leidet wohl unter Verfolgungswahn»

U. S.* wollte sein Haus in die Luft jagen. Nachbarn erheben nun Vorwürfe an die Gemeinde.

von
sie/cho/am
Nichts deutet auf das Drama hin, welches sich in diesem Haus in Seftigen abgespielt hat.

Nichts deutet auf das Drama hin, welches sich in diesem Haus in Seftigen abgespielt hat.

Die Scharfschützen standen schon bereit, als U.S* am Samstag drohte, sein Haus mit Gasflaschen zu sprengen. (20 Minuten berichtete) und dann seine Wohnung anzündete. Im 2000-Seelen-Dorf ist zwar wieder Ruhe eingekehrt.

Die Nachbarn suchen noch immer Erklärungen für den Ausraster: «U. muss wohl unter Verfolgungswahn leiden. Rund ums Haus hat er überall Bewegungsmelder und Kameras aufgestellt», so dessen Nachbarin. Damit nicht genug: Als sie nachts mit dem Hund spazieren ging, sei U. mehrmals mit der Taschenlampe aufgetaucht und habe sie gefragt, was sie hier mache. «Darauf informierte ich die Gemeinde. Ich wollte etwas unternehmen, bevor es knallt», erzählt die Frau. Doch bei der Verwaltung habe man sie vertröstet. Auch andere Nachbarn sind bei der Gemeinde vorstellig geworden. «Wir haben nie eine Gefährdungsmeldung erhalten», sagt hingegen Gemeindeverwalter Christian Haueter.

Als U. mit Gasflaschen auf dem Balkon herumfuchtelte, wusste die Polizei nur wenig über seine Vorgeschichte. «Einzig die Angehörigen haben uns während des Einsatzes über die Gefahr informiert, die vom 48-Jährigen ausgeht», sagt Polizeisprecher Andreas Hofmann. Darum haben man umgehend Spezialeinheiten aufgebobten. U. befindet sich weiterhin in einer psychiatrischen Institution. «Er ist noch nicht vernehmungsfähig», so Hofmann.

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