Aktualisiert 11.06.2011 17:22

EM in Dänemark

U21 beginnt mit Xhaka, Mehmedi und Emeghara

Pierluigi Tami hat seine Startelf für das EM-Startspiel heute Abend gegen Dänemark gefunden. Der Coach schickt eine U21 aufs Feld, die in dieser Zusammensetzung noch nie gespielt hat.

von
S. Compagno/E. Tedesco

Am Samstagvormittag klärte der U21-Nationaltrainer seine 23 Kicker über die Startelf gegen die Dänen auf. Es dürfte im Mannschaftshotel «Amerika» in Hobro einiges an Erklärungsbedarf gegeben haben. Mit Xherdan Shaqiri (wie erwartet) und Granit Xhaka (eher überraschend) stellt Tami zwei U21-Debütanten auf. Neben den beiden Baslern spielen auch Innocent Emeghara (3 U21-Länderspiele, 4 Tore) und Admir Mehmedi (5/1), also sämtliche vor einer Woche mit der A-Nationalmannschaft in England engagierte U21-Spieler.

Die Entscheidung für das England-Kleeblatt macht sportlich Sinn: Wer gut genug ist für Ottmar Hitzfeld, der wird auch die Anforderungen in der U21 erfüllen. Aber sie dürfte einige der arrivierteren Kräfte verärgern. Beispielsweise Xavier Hochstrasser: Der Mittelfeldspieler bestritt abgesehen von einer Gelb-Sperre sämtliche Qualifikationsspiele, verzichtete für seinen (Noch-)Arbeitgeber Padova auf die Aufstiegs-Barrage gegen Novara und sitzt heute nur auf der Bank. Oder Frank Feltscher: Wie Hochstrasser bestritt auch der Mittelfeldspieler von SL-Absteiger Bellinzona, der von den Grasshoppers heftig umworben wird, elf von zwölf Partien auf dem Weg nach Dänemark. Er verliert seinen Platz an Innocent Emeghara. Oder Mario Gavranovic: Der Schalke-Stürmer schaut heute dem Zürcher Mehmedi zu.

Die Besten auf dem Platz

Es ist eine Selektion, mit der Pierluigi Tami Härte demonstriert. Vergangene Meriten scheinen den Tessiner nicht zu interessieren - er stellt die Mannschaft auf, mit der er sich die grössten Chancen ausrechnet. Und Tami beweist auch ein gerüttelt Mass an Schlitzohrigkeit. In der A-Nationalmannschaft unter Ottmar Hitzfeld ist es Usus, dass am Tag vor den Spielen nur Kicker an die Medienkonferenz geschickt werden, die dann auch in der Startformation stehen. Tami liess die hier in Dänemark anwesenden Journalisten elegant ins Leere laufen und beorderte am Freitag die beiden Ersatzleute Timm Klose und Moreno Costanzo vor die Medien. Am Donnerstag hatten Gavranovic und Fabian Lustenberger Red und Antwort gestanden. Immerhin: Lustenberger spielt.

Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld reist heute nach Aalborg und schaut sich das Spiel an. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Hitzfeld seinen Kollegen Tami in der Selektion seiner Mannschaft zumindest beratend zur Seite stand.

Flügelzange mit Shaqiri und Emeghara

Die U21 wird in ihrem gewohnten 4-1-4-1 auflaufen, mit Lustenberger als Scheibenwischer vor der Abwehr und Mehmedi als einziger Spitze. In der Offensivbewegung soll aus dieser eher zurückhaltenden Aufstellung ein 4-3-3 werden mit dem kraftvollen Shaqiri und dem schnellen Emeghara als Flügelzange. Am Freitagnachmittag hatte Tami gesagt, die physische Komponente spiele gegen die Dänen eine grosse Rolle. Seine Startelf von heute Abend ist ein Indiz, dass er die Dänen nicht mit ihren eigenen Waffen schlagen will. Er will deren Organisation und Robustheit mit Tempo (Emeghara) und Spielwitz (Shaqiri, Xhaka) bezwingen.

Pierluigi Tami beweist mit seiner Aufstellung viel Courage. «Elf Spieler werden zufrieden sein, zwölf Spieler nicht», sagte der 49-Jährige vor wenigen Tagen im Wissen um den heiklen Entscheid. Angesichts der zwölf Unzufriedenen wäre es von Vorteil, wenn gegen die starken Dänen mindestens einen Punkt herausschaut.

Die Schweizer Aufstellung:

Sommer; Berardi, Rossini, Affolter, Koch; Lustenberger; Emeghara, Xhaka, Frei, Shaqiri; Mehmedi.

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