Aktualisiert 06.07.2016 06:13

ZürichUber-Fahrer lassen Frau mit Einkäufen stehen

Eine Barbetreiberin wollte mitsamt ihren Einkäufen fürs Public Viewing ein Uber-Taxi nehmen. Drei Fahrer verweigerten ihr jedoch den Transport. Der Grund: zu viel Gepäck.

von
ced
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Ein normales Taxi nahm Charlène schliesslich mit.

Ein normales Taxi nahm Charlène schliesslich mit.

Kay-steve
Weil Uber oft billigere Preise anbietet...

Weil Uber oft billigere Preise anbietet...

Keystone/Christian Beutler
demonstrieren Taxifahrer immer wieder gegen das amerikanische Transportunternehmen, wie hier am 17. Mai 2016 in Zürich.

demonstrieren Taxifahrer immer wieder gegen das amerikanische Transportunternehmen, wie hier am 17. Mai 2016 in Zürich.

Keystone/Ennio Leanza

Charlène Rathgeb ist eine treue Uber-Kundin: Weil sie selber nicht Auto fahren kann, nutzt sie mehrmals pro Woche die Taxi-Alternative. Um für ihre Bar Le Stecha beim Glattpark einzukaufen, fährt sie jeweils zum Lebensmittelgeschäft Prodega in Dübendorf – was bislang kein Problem war. Nicht so am Freitag vor zwei Wochen, als Rathgeb ihre Einkäufe fürs geplante EM-Public-Viewing getätigt hatte und zurück wollte: «Der erste Uber-Fahrer kam vorbei, weigerte sich aber, mich mitzunehmen. Er hat gesagt, er mache Personen- und nicht Nahrungsmitteltransporte.»

Auch bei zwei weiteren Anfragen hatte Rathgeb kein Glück – sie lehnten den Transport ab und begründeten dies mit den vielen Einkäufen. «Schliesslich gab ich auf und bestellte ein Taxi», so die Bar-Inhabern. Für den Rückweg zahlte sie 40 statt den üblichen 20 Franken. Beinahe wäre sie zu spät gekommen, um ihre Bar fürs Public-Viewing zu öffnen.

«Im Ermessen des Fahrers»

«Für mich ergibt das keinen Sinn – ich habe extra ein grosses Auto angefordert und sogar angeboten, für mein Gepäck extra draufzuzahlen. Was machen die denn bei Leuten, die mit Koffern unterwegs sind?», fragt Rathgeb. Sie ist sich zwar bewusst, dass die zwei grossen Schachteln und drei Gemüsekisten etwas sperrig gewesen seien – trotzdem findet sie, dass man sich eigentlich auf einen Fahrdienst verlassen können müsste. Rathgeb: «Das nächste Mal werde ich nach dem Einkaufen bestimmt nicht mehr Uber kontaktieren.»

Dass die Situation so ungünstig verlaufen sei, bedauert Rasoul Jalali, General Manager von Uber Schweiz. Generell liege es jedoch im Ermessen eines jeden Fahrers selbst, Gäste mit Grosseinkäufen mitzunehmen. Jalali: «Wir hören oft genug begeistertes Feedback von unseren Nutzern, dass Uber-Partner bereitwillig Möbel von Ikea transportiert und sogar beim Tragen geholfen haben.»

Ärger mit Happy End

Um Charlène Rathgeb als Kundin zurückzugewinnen, lädt Jalali sie zu einem Besuch im Zürcher Büro des Fahrdienstes ein. «Bei dieser Gelegenheit möchten wir ihr einen Fahrtengutschein über 50 Franken überreichen, den sie im Übrigen nicht nur in Zürich, sondern auch in Paris, Amsterdam oder Wien einlösen kann», so der General Manager.

Dieses Angebot will Rathgeb annehmen und den Besuch im Büro nutzen, um gleich einen Verbesserungsvorschlag fürs Uber-App zu machen: «Es wäre toll, wenn man bei der Bestellung anklicken könnte, ob man viel Gepäck oder Waren dabei hat oder eine grosse Gruppe ist.»

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