Umstrittener Fahrdienst: Uber feiert Erfolg – doch die Kritik wird lauter
Aktualisiert

Umstrittener FahrdienstUber feiert Erfolg – doch die Kritik wird lauter

Der Internet-Fahrdienst Uber ist seit einem Monat auch in Basel verfügbar. Das Start-up spricht von einem gelungenen Start. Ein Grossrat wittert aber Schwarzarbeit.

von
Lukas Hausendorf
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Uber analysierte die Fahrten seiner Kunden in sechs grossen US-Städten und zog damit Schlüsse auf deren Sexualverhalten. Hier im Bild der Hauptsitz des Fahrtendienstes in San Francisco.

Uber analysierte die Fahrten seiner Kunden in sechs grossen US-Städten und zog damit Schlüsse auf deren Sexualverhalten. Hier im Bild der Hauptsitz des Fahrtendienstes in San Francisco.

Keystone/AP/Eric Risberg
Eine parlamentarischer Vorstoss an den Bundesrat soll erwirken, dass die Schweizer Regierung den alternativen Fahrdienst Uber den gleichen Regeln unterwerfen würde wie herkömmliche Taxis.

Eine parlamentarischer Vorstoss an den Bundesrat soll erwirken, dass die Schweizer Regierung den alternativen Fahrdienst Uber den gleichen Regeln unterwerfen würde wie herkömmliche Taxis.

Keystone/Christian Beutler
Die Uber-Taxis fahren in der Schweiz rund 30 bis 40 Prozent günstiger als die herkömmlichen Anbieter. Im Bild: Uber-Schweiz-Chef Rasoul Jalali.

Die Uber-Taxis fahren in der Schweiz rund 30 bis 40 Prozent günstiger als die herkömmlichen Anbieter. Im Bild: Uber-Schweiz-Chef Rasoul Jalali.

Der App-basierte Fahrdienst Uber macht Taxifahrern auf der ganzen Welt das Geschäft streitig. Das Start-up expandiert rasant und hat zurzeit über 100 Stellen ausgeschrieben – die Fahrer nicht mit eingerechnet. Seit einem Monat ist der Fahrdienst auch in Basel mit dem Dienst UberPop aktiv. Das Taxigewerbe hat seinen Unmut darüber bereits kundgetan – wie fast überall, wo Uber aktiv wurde. In Basel ist nur Uberpop verfügbar, quasi die Billigvariante: Hierbei offerieren Private in ihren eigenen Autos die Fahrt. Die etwas teureren Dienste UberX und UberBlack für professionelle Chauffeure werden noch nicht angeboten.

Der Einstand in Basel scheint geglückt. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Rasoul Jalali, General Manager von Uber in der Deutschschweiz. Mit Zahlen knausert man aber: Wie viele Fahrer in Basel für Uber aktiv sind und wie viele Fahrten verrichtet wurden, wird nicht kommuniziert. Der Dienst kommt bei den Nutzern auf jeden Fall gut an. «Ich habe Uber schon etwa zehn Mal benutzt und musste nie länger als zehn Minuten warten», sagt Uber-Benutzer Luca La Rocca. Tagsüber gehe es sogar noch schneller. Auch Alt-Grossrat Stephan Gassmann machte an Heiligabend eine gute Erfahrung mit Uber: Für die Fahrt von Riehen nach Basel bezahlte er nur 12 Franken in einem schicken Audi A8. «Der Chauffeur trug Anzug mit Krawatte und im Fonds standen Mineralwasser und Nüsse bereit», erzählt er.

Grossrat wittert Schwarzarbeit

Für den Konsumenten ist Uber eine preiswerte Alternative zum Taxi, wenn genügend Fahrer verfügbar sind. Die Tarife liegen weit unter dem Branchendurchschnitt. Aber Uber ist kein Taxi und entzieht sich damit ein Stück weit gesetzlichen Vorschriften. Und genau hier wittert der Basler Grossrat Stephan Mumenthaler (FDP) ein Schlupfloch, um am Staat vorbei Geld zu verdienen. Auch auf Bundesebene wurde schon ein parlamentarischer Vorstoss lanciert, der aus diesem Grund Uber den gleichen Regeln wie Taxis unterwerfen will.

Der Ökonom, der als Leiter Wirtschaftsfragen für Novartis arbeitet, sieht in der Fahrdienst-App eine fragwürdige Konkurrenz zum berufsmässigen Personentransport. Die Fahrer würden zwar Geld verdienen, dieses aber nicht steuerlich deklarieren. Er fragt nun deshalb bei der Regierung nach, wie diese den Dienst steuerlich beurteilt. «Wie wird sichergestellt, dass die Fahrer des Uber-Dienstes tatsächlich nicht berufsmässigen Personentransport gemäss gesetzlicher Definition betreiben?», will er zudem wissen. Ein solcher liegt dann vor, wenn innert 16 Tagen mehr als zwei Fahrten gewinnbringend verrichtet werden.

Uber kontert Vorwürfe

Uber sieht sich allerdings nicht mit dem Gesetz in Konflikt. Beim Dienst UberPop seien die Preise zu tief angesetzt, als dass damit ein Einkommen erzielt werden könne, so Jalali. Die Fahrtkosten sind so berechnet, dass damit die Fahrspesen für den Anbieter gedeckt werden können. «Das ist kein berufsmässiger Personenverkehr», hält er fest. Man bewege sich absolut im Rahmen des Gesetzes.

Kurt Schaufelberger, Verwaltungsratsdelegierter der Taxi-Zentrale AG Basel, der über 460 Fahrzeuge angeschlossen sind, sieht das allerdings anders. «UberPop gehört aus unserer Sicht untersagt.» Gegen die anderen Produkte des Start-ups sei aber nichts einzuwenden. Diese sind in Basel aber noch nicht erhältlich. Ob und wann sie kommen, wollte Jalali auf Anfrage nicht verraten. «Dazu ist es noch zu früh.»

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