Aus für Amateur-Fahrer: «Uber-Pop-Fahrer wollten, dass Gäste für sie lügen»
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Aus für Amateur-Fahrer«Uber-Pop-Fahrer wollten, dass Gäste für sie lügen»

Ein ehemaliger Uber-Fahrer vermutet weitere Hintergründe hinter dem Uber-Pop-Aus. Die Zürcher Täxeler freut es – sie wollen Uber aber weiterhin bekämpfen.

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wed/sda
Uber-Kunden können den UberPop-Dienst nur noch bis Donnerstag nutzen in Zürich, dann ist Schluss.

Uber-Kunden können den UberPop-Dienst nur noch bis Donnerstag nutzen in Zürich, dann ist Schluss.

Der Fahrdienstvermittler Uber stellt sein günstigstes Angebot Uber Pop in Zürich ein, wo Fahrer ohne Taxilizenz Kunden von A nach B chauffierten. Künftig sind in Zürich nur noch die Kategorien Uber X und Uber Black verfügbar – in Basel und Lausanne wird der Dienst weiter angeboten.

Damit reagiere das Unternehmen auf den Wunsch von Uber-Pop-Partnern, auf Uber X zu wechseln, um Geld verdienen zu können, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die Uber-Pop-Fahrer haben nun drei Monate Zeit, um sich die Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport zu beschaffen.

Ehemaliger Uber-Fahrer: «Gäste wurden zum Lügen aufgefordert»

Ein ehemaliger Uber-Pop-Fahrer, der anonym bleiben möchte, glaubt, dass der Rückzug noch weitere Gründe hat: «Gäste fühlten sich nicht mehr wohl, weil sie von Uber-Pop-Fahrern dazu aufgefordert wurden, immer vorn zu sitzen, damit die Polizei keinen Verdacht schöpft, und im Falle einer Polizeikontrolle forderten die Fahrer gar, dass Fahrgäste für sie lügen sollen.» Beispielsweise, dass der Fahrer und der Gast privat befreundet seien und sie nun auf dem Heimweg seien.

«Ein weiterer Grund sind sicherlich auch die vielen Anzeigen gegen Uber-Pop-Fahrer in der letzten Zeit», so der ehemalige Uber-Fahrer. Das würden auch die Zahlen der Stadtpolizei Zürich bestätigen: «2015 gab es rund zwölf Anzeigen gegen Uber-Fahrer ohne Taxilizenz, 2016 waren es rund 70 und in diesem Jahr sind es bis jetzt rund 130», so Sprecher Michael Walker.

Zürcher Täxeler freuen sich über Uber-Pop-Rückzug

Hocherfreut nimmt man den Uber-Entscheid bei der Taxi Sektion Zürich zur Kenntnis: «Eigentlich hätte der Uber-Pop-Dienst schon lange verboten gehört – sie interessieren sich null für die Gesetze in der Schweiz», so Sprecher Jamal Khaldoun. Man fühle sich bestätigt, dass die zahlreichen Demonstrationen von Zürcher Taxifahrern auch etwas gebracht hätten.

«Ich glaube sicher, dass das auch ein Grund für den Uber-Rückzug ist – sonst wäre das noch 15 Jahre lang so weitergegangen», sagt Khaldoun, der auch als Taxifahrer arbeitet. Der Kampf gegen Uber ginge aber auch in Zukunft weiter. «Uber X ist immer noch viel zu günstig, und es kommen Fahrer aus der ganzen Schweiz, und Uber Black führt dazu, dass sich Fahrer teure Limousinen leasen und sich das schlussendlich nicht auszahlt», so Khaldoun.

Auf grosse Demonstrationen werde man aber bis auf weiteres verzichten. «Wir möchten aber, dass die Stadt Zürich uns entschädigt für all die Zeit, in der Uber Pop illegal unterwegs war und unsere Umsätze halbiert hat.»

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