Aktualisiert 12.02.2015 05:58

Umstrittener Fahrdienst

Uber rekrutiert Studenten für Fahrdienst

Der Internet-Fahrdienst Uber möchte in Basel expandieren und künftig UberX anbieten. Als Chauffeure will Uber Studenten mit militärischer Fahrerausbildung anwerben.

von
Lukas Hausendorf
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Bequem per App zum eigenen Chauffeur: Uber revolutioniert das Taxigewerbe mit seinen Fahrdiensten. Auch für die Chauffeure, die ohne Telefonzentrale zu ihren Kunden kommen.

Bequem per App zum eigenen Chauffeur: Uber revolutioniert das Taxigewerbe mit seinen Fahrdiensten. Auch für die Chauffeure, die ohne Telefonzentrale zu ihren Kunden kommen.

Keystone/Christian Beutler
Für den professionellen Fahrdienst UberX müssen die Chauffeure aber über eine Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport verfügen. Solche findet Uber auch an der Uni Basel. Wer im Militär die Fahrerausbildung genoss, erfüllt diese Bedingung.

Für den professionellen Fahrdienst UberX müssen die Chauffeure aber über eine Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport verfügen. Solche findet Uber auch an der Uni Basel. Wer im Militär die Fahrerausbildung genoss, erfüllt diese Bedingung.

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Per Inserat auf dem Online-Markt der Universität Basel sucht der Internet-Fahrdienst zurzeit nach neuem Fahrpersonal. Das Inserat ist unter der Rubrik Jobs eingetragen. Damit wird suggeriert, dass mit Chauffeurdiensten für Uber ein Erwerbseinkommen erzielt werden kann. Bislang stellte das Start-Up aber in Abrede, dass mit dem Fahrdienst UberPop in Basel wirklich Geld verdient werden kann.

Das wäre rechtlich nämlich nicht zulässig, weil UberPop kein berufsmässiger Personentransport ist: Dafür bräuchte es Chauffeure mit entsprechender Bewilligung. Doch offenbar will das Unternehmen nun in Basel expandieren und demnächst den professionellen Fahrdienst UberX einführen.

Viele Studenten haben Fahrausbildung

Während UberPop mehr ein Mitfahrservice ist, entspricht der Dienst UberX einem wirklichen Taxiservice mit lizenzierten Fahrern. Das können auch Studenten sein. «Es gibt viele, die im Militär eine Fahrerausbildung gemacht haben und professionell Personen transportieren dürfen», sagt Rasoul Jalali, General Manager von Uber Schweiz. Das könne für Studenten sehr interessant sein. Eine spezielle Prüfung, wie sie Taxifahrer häufig ablegen müssen, ist dafür nicht nötig. Im Inserat wird es denn auch als «perfekte Tätigkeit neben Vorlesungen» angepriesen.

Wer Chauffeur für UberX werden will, muss aber ein eigenes Auto haben, das nicht älter als fünf Jahre sein sollte und mit einem Fahrtenschreiber ausgerüstet ist. Dieser wird vorausgesetzt, damit der entsprechende Eintrag im Fahrzeugausweis, der zum berufsmässigen Personentransport befähigt, erteilt wird.

Neue Konkurrenz für Taxigewerbe

Dem Basler Taxigewerbe dürfte ein rauherer Wind entgegenblasen, sobald UberX in Basel den Betrieb aufnimmt. Wann das sein wird, wollte Jalali auf Anfrage nicht verraten. «Es ist in Abklärung», sagt er nur. In Zürich gibt es den Dienst bereits. Und im Vergleich zum Taxi ist er konkurrenzlos günstig: Der Grundtarif beträgt dort 4 Franken, pro gefahrene Minute werden 40 Rappen berechnet. «Wer sich nachts einen UberX mit Fare Split mit seinen Freunden teilt, ist günstiger unterwegs als mit dem ÖV», heisst es auf der Webseite des Unternehmen.

Nachdem Uber in Basel im Dezember den Dienst Pop lancierte, wurde dies vom Basler Taxigewerbe harsch kritisiert. «Gegen die anderen Uber-Produkte, die in Basel aber bislang nicht angeboten werden, ist grundsätzlich nichts einzuwenden, da sie die gleichen Rahmenbedingungen haben wie wir», sagte Kurt Schaufelberger, Verwaltunsratsdelegierter der Basler Taxi Zentrale AG noch im Januar auf Anfrage. Nicht auszuschliessen, dass er seine Meinung ändert, wenn UberX in Basel erst einmal Fuss gefasst hat.

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