Gäste-Analyse: Uber veröffentlicht Studie über One-Night-Stands
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Gäste-AnalyseUber veröffentlicht Studie über One-Night-Stands

Der heftig kritisierte Fahrdienst hat das Fahrverhalten seiner Gäste ausgewertet. Daraus entstand eine Liste möglicher One-Night-Stands. Die Empörung ist gross.

von
cls
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Uber analysierte die Fahrten seiner Kunden in sechs grossen US-Städten und zog damit Schlüsse auf deren Sexualverhalten. Hier im Bild der Hauptsitz des Fahrtendienstes in San Francisco.

Uber analysierte die Fahrten seiner Kunden in sechs grossen US-Städten und zog damit Schlüsse auf deren Sexualverhalten. Hier im Bild der Hauptsitz des Fahrtendienstes in San Francisco.

Keystone/AP/Eric Risberg
Eine parlamentarischer Vorstoss an den Bundesrat soll erwirken, dass die Schweizer Regierung den alternativen Fahrdienst Uber den gleichen Regeln unterwerfen würde wie herkömmliche Taxis.

Eine parlamentarischer Vorstoss an den Bundesrat soll erwirken, dass die Schweizer Regierung den alternativen Fahrdienst Uber den gleichen Regeln unterwerfen würde wie herkömmliche Taxis.

Keystone/Christian Beutler
Die Uber-Taxis fahren in der Schweiz rund 30 bis 40 Prozent günstiger als die herkömmlichen Anbieter. Im Bild: Uber-Schweiz-Chef Rasoul Jalali.

Die Uber-Taxis fahren in der Schweiz rund 30 bis 40 Prozent günstiger als die herkömmlichen Anbieter. Im Bild: Uber-Schweiz-Chef Rasoul Jalali.

Mancher wird sich künftig zweimal überlegen, in nächster Zeit den Fahrdienst Uber zu bestellen. Der umstrittene Fahrdienstanbieter Uber hat nämlich in einem inzwischen gelöschten Blog die Nutzungsdaten von US-Kunden nach möglichen Seitensprung-Fahrten ausgewertet.

Mit dem Kommentar «Wir wissen, dass wir nicht die einzige Liebe eures Lebens sind, und wir wissen auch, dass ihr manchmal auch woanders danach sucht» erklärt Uber, dass man sich in der Datenanalyse diesmal mit dem Liebesleben der Nutzer beschäftigt hat. So hat der Konzern in sechs grossen US-Städten die Fahrgäste herausgefiltert, die zwischen Freitag und Sonntag eine Fahrt zwischen 22 Uhr abends und 4 Uhr morgens buchten – und dann eine weitere Fahrt in einem Radius von etwa 160 Metern des Absetzungspunktes vier bis sechs Stunden später anforderten. Uber selbst nennt diese Fahrten «Rides of Glory» (RoG) – angeblich das klassische Profil eines One-Night-Stands.

Boston top, New York flop

Aufgrund der ermittelten Daten, wann und wo danach Nutzer vermutlich One-Night-Stands hatten, veröffentlichte Uber Karten von New York, San Francisco und anderen US-Städten, in denen die Bezirke mit besonders vielen einmaligen Liebesnächten rot eingefärbt wurden. Demnach soll Boston die Hochburg des spontanen Sex sein, ein Prozent aller Fahrten erfülle das verdächtige Muster der «Rides of Glory». New York dagegen wies eine weit tiefere Quote auf.

Der Deutschland-Chef von Uber, Fabien Nestmann, verteidigte im ARD-Magazin «Panorama» und in der «Berliner Zeitung» die umfangreiche Sammlung von Nutzerdaten und bezeichnete die Uber-Analyse des Sexualverhaltens seiner Kunden als «analytisches Spiel». Wer vom Uber-Chef Reue oder Zerknirschtheit erwartete, wurde eines Besseren belehrt.

Nur ein «Spiel»

Nestmann betonte, dass «man aus sämtlichen Auswertungen Rückschlüsse ziehen kann, die helfen können, das Angebot zu verbessern». Das sei Teil der Aktivität, die Uber machen müsse und werde. Gelöscht werden die Nutzerdaten Nestmann zufolge nur, wenn ein Nutzer Uber dazu explizit auffordert. Künftig werde man sich aber darauf konzentrieren, «sinnvolle Auswertungen zu machen».

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