17.07.2016 14:04

MilliardenkonzernUber zahlt in der Schweiz fast keine Steuern

Der US-Mitfahrdienst Uber macht Umsätze in Milliardenhöhe. Der hiesige Fiskus hat davon nichts: In der Schweiz versteuerte der Konzern 2014 nur 35'900 Franken Reingewinn.

von
vb
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Der Milliardenkonzern Uber gibt in der Schweiz einen geringen steuerbaren Jahresgewinn an. Im Bild: Die Uber-App.

Der Milliardenkonzern Uber gibt in der Schweiz einen geringen steuerbaren Jahresgewinn an. Im Bild: Die Uber-App.

Keystone/Christian Beutler
Gegen den Mitfahrdienst gibt es immer wieder Demonstrationen, wie hier im Mai in Lausanne: Taxifahrer fordern ein sofortiges Uber-Verbot.

Gegen den Mitfahrdienst gibt es immer wieder Demonstrationen, wie hier im Mai in Lausanne: Taxifahrer fordern ein sofortiges Uber-Verbot.

Keystone/Jean-Christophe Bott
Die Fahrer versammelten sich und fuhren mit ihren Dienstfahrzeugen in einer Prozession durch die Stadt.

Die Fahrer versammelten sich und fuhren mit ihren Dienstfahrzeugen in einer Prozession durch die Stadt.

Keystone/Jean-Christophe Bott

Bei Uber läuft das Geschäft blendend: Vergangenes Jahr hat der Fahrtvermittler 2 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht, für 2016 rechnet er mit rund 5 Milliarden US-Dollar. Der Firmenwert ist nach einer Kapitalspritze aus Saudiarabien auf 62,5 Milliarden US-Dollar angestiegen.

Umso überraschender ist es, wie wenig Steuern der Konzern in der Schweiz bezahlt. Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, gab die Uber Switzerland GmbH mit Sitz in Zürich für das Steuerjahr 2014 einen zu versteuernden Reingewinn von gerade mal 35 900 Franken an. Das Kapital beläuft sich gemäss dem Steuerausweis auf 70 000 Franken. Laut dem Steuerrechner der Stadt Zürich ergibt sich daraus eine Steuerschuld für juristische Personen von 2924 Franken, rechnet die Zeitung vor.

«Nichts Aussergewöhnliches»

Schweiz-Chef Raoul Jalali will die Steuerdaten nicht kommentieren und sagt lediglich, es sei «nichts Aussergewöhnliches, dass Unternehmen Steuern in demjenigen Land zahlen, wo sie ihren Firmensitz haben». Im Fall von Uber sei das Amsterdam.

Wie viel Umsatz und Gewinn Uber in der Schweiz macht, ist nicht bekannt. Gewinne stünden derzeit nicht im Vordergrund, so Jalali. Der Schweizer Ableger von Uber sei ein «noch junges Unternehmen», das sich in einer Phase befände, in der sämtliche Einnahmen lokal reinvestiert würden.

Umsatz auf 30 Millionen Franken geschätzt

Finanzanalyst Michael Studer von der Privatbank Julius Bär geht davon aus, dass Uber mit einem Verlust operiert, um möglichst schnell einen grossen Marktanteil zu gewinnen. Mit Blick auf die Grösse des Schweizer Marktes schätzt der Finanzanalyst den Umsatz von von Uber Switzerland auf 14 Millionen Franken im Jahr 2014. Dieser dürfte mittlerweile auf 30 Millionen Franken angestiegen sein.

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