Aktualisiert

Umstrittener FahrdienstUberPop wird der Stecker gezogen

Der umstrittene Amateur-Fahrdienst Pop von Uber steht in Basel vor dem Aus, nachdem über 50 Strafverfahren gegen Fahrer eröffnet wurden. Die Taxi-Branche frohlockt.

von
lha
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In Zürich wurde Uber Pop am 10. August eingestellt, in Basel wird dem Amteur-Fahrdienst per Ende Mai 2018 der Stecker gezogen.

In Zürich wurde Uber Pop am 10. August eingestellt, in Basel wird dem Amteur-Fahrdienst per Ende Mai 2018 der Stecker gezogen.

Keystone
Der Billig-Fahrdienst ist dem Taxigewerbe und den Gewerkschaften ein Dorn im Auge. Uber betreibe unlautere Konkurrenz und breche das Gesetz, so der Vorwurf.

Der Billig-Fahrdienst ist dem Taxigewerbe und den Gewerkschaften ein Dorn im Auge. Uber betreibe unlautere Konkurrenz und breche das Gesetz, so der Vorwurf.

20 Minuten/lha
Tatsächlich liefen Mitte August 2017 schon 54 Verfahren gegen Uber-Pop-Fahrer, zwei kassierten bereits einen Strafbefehl. Sie hielten sich nicht an das Gesetz und beförderten ohne Lizenz mehr als zwei mal innert 16 Tagen Personen gegen Entgelt.

Tatsächlich liefen Mitte August 2017 schon 54 Verfahren gegen Uber-Pop-Fahrer, zwei kassierten bereits einen Strafbefehl. Sie hielten sich nicht an das Gesetz und beförderten ohne Lizenz mehr als zwei mal innert 16 Tagen Personen gegen Entgelt.

Leser-Reporter

Der Fahrdienstvermittler Uber verzichtet im kommenden Jahr schweizweit auf sein umstrittenstes Angebot: UberPop wird per Ende Mai nach Zürich und Lausanne auch in Basel eingestellt.

Ab 1. Juni 2018 will Uber gemäss einer Mitteilung vom Mittwoch in Basel nur noch UberX anbieten. Bis dahin werde jedoch UberPop weitergeführt, sagte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage.

UberPop ist das günstigste Angebot des amerikanischen Fahrdienstvermittlers. In Zürich und Lausanne hat Uber schon im August respektive November die Einstellung von UberPop angekündigt.

Chauffeure wollen Geld verdienen

Mit der Beschränkung auf das teurere Angebot UberX reagiert das Unternehmen in Basel nach eigenen Angaben auf den «vielfachen Wunsch» von UberPop-Partnern, die in Basel mit der Uber-App Geld verdienen wollen. Aus Sicht von Uber ist mit dem Billigst-Service kein wirtschaftlicher Erfolg erzielbar.

Die Basler UberPop-Fahrer haben nun fünf Monate Zeit, um sich die Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport zu beschaffen. Wie viele Fahrerinnen und Fahrer für Uber unterwegs sind, verrät das Unternehmen nicht.

«Frohe Botschaft»

UberPop stiess beim Taxigewerbe und den Gewerkschaften auf heftige Kritik, weil bei diesem Service praktisch jeder Autobesitzer Fahrgäste transportieren kann. Weil sie dies ohne Bewilligung taten, wurden jedoch in Zürich und Basel schon mehrere UberPop-Fahrer gebüsst.

Entsprechend erleichtert ist das Basler Taxigewerbe über die anstehende Einstellung von UberPop. «Das ist eine frohe Botschaft und sicher ein Schritt in die richtige Richtung», sagt Kurt Schaufelberger, Geschäftsführer der Basler Taxizentrale. Gegenüber UberX sei man weiterhin konkurrenzfähig.

Die Taxibranche konkurrenziert Uber auch mit einer eigenen App. TaxiGo ist Teil eines SBB-Angebots, mit dem auch Bahntickets gelöst werden können. Wer mit der App ein Taxi bestellt, profitiert von einem günstigeren Tarif und bezahlt für seine Fahrt im Voraus eine Fixpreis. «Es wurden schon mehrere hundert Fahren über die App gebucht», so Schaufelberger.

Strafbefehle und Gerichtsverfahren

Erst im November hatte das Baselbieter Strafgericht einen UberPop-Fahrer zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt. Der Mann hatte 2016 innert neun Monaten auf gut 16'000 Kilometern mit bezahlenden Fahrgästen fast 32'000 Franken eingenommen.

Im August waren in Basel-Stadt noch 54 Strafuntersuchungen gegen UberPop-Fahrer hängig. Zwei Strafbefehle waren damals bereits rechtskräftig, ein Amateur-Chauffeur musste 5000 Franken bezahlen, der andere musste 500 Franken entrichten. (lha/sda)

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