Aktualisiert 10.02.2004 10:55

UBI: TV-Bilder von Saddams toten Söhnen waren legitim

Die Ausstrahlung der Bilder der toten Söhne Saddam Husseins in der «Tagesschau» ist gemäss der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) angemessen.

Die UBI hat eine entsprechende Beschwerde abgewiesen.

Der Beschwerdeführer hatte einen Beitrag der «Tagesschau»- Hauptausgabe von SF DRS vom 24. Juli 2003 beanstandet. Im Rahmen eines zweieinhalbminütigen Beitrags wurden dabei Bilder der toten Söhne von Saddam Hussein, Kusai und Udai, gezeigt, die vom US- Militär freigegeben worden waren.

Während 34 Sekunden wurden die Fotos der beiden Getöteten gezeigt, davon 10 Sekunden lang in bildschirmfüllendem Format. Sinn und Zweck dieser Ausstrahlung wurden vom Beschwerdeführer in Frage gestellt.

Zeitgeschichtliche Relevanz

Die UBI kam zum Schluss, das die gezeigten Fotos einen gewalttätigen Inhalt hätten. Entsprechende Bilder seien aber vor allem in Nachrichtensendungen häufig erforderlich, um Sachverhalte im Zusammenhang mit Kriegen realitätsgerecht dokumentieren zu können, heisst es in einem Communiqué vom Dienstag.

Die Ausstrahlung der Fotos der Getöteten sei daher eingebettet in den Kontext der Situation in Irak. Die Veröffentlichung der Fotos durch die US-Militärs habe am betreffenden Tag zudem das weltweit zentrale politische Ereignis dargestellt. Den Fotos komme deshalb auch eine gewisse zeitgeschichtliche Relevanz zu.

UBI nicht einig

Der Entscheid der UBI fiel allerdings nicht einstimmig, sondern mit 6 zu 3 Stimmen. Eine Minderheit war der Meinung, dass es für eine realitätsgerechte Informationsvermittlung nicht erforderlich gewesen wäre, die Fotos auszustrahlen.

Die Bilder sind ihrer Ansicht nach nicht das Ergebnis einer journalistischen Arbeit und ihnen kommt auch keine Beweisfunktion zu. Nach Meinung der UBI-Minderheit verharmloste der «Tagesschau»- Beitrag Gewalt und verletzte die Menschenwürde.

(sda)

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