Mehr Wert als ein «Zehnernötli»: UBS-Aktie mit kräftigem Kurssprung
Aktualisiert

Mehr Wert als ein «Zehnernötli»UBS-Aktie mit kräftigem Kurssprung

Nach dem Sinkflug der vergangenen Tage hat die UBS-Aktie am Mittwoch einen Sprung nach oben gemacht und die 10-Franken-Marke wieder überschritten.

Die UBS -Aktie eröffnete in einem insgesamt freundlichen Gesamtmarkt um 8,6 Prozent höher auf 10.70 Franken. Am Vortag hatte der Titel erstmals in der über zehnjährigen Geschichte der Grossbank die Schwelle von 10 Fr. nach unten überschritten und bei 9.85 Fr. geschlossen.

Um 11.30 Uhr notierte die UBS-Aktie um 9,4 Prozent im Plus bei 10.78 Franken. Auch die Aktie der Credit Suisse legte deutlich zu: In der ersten Handelsstunde verbesserte sie sich um 6,4 Prozent auf 26.74 Franken. Stark waren auch Julius Bär .

Bernanke zerstreut Ängste

Der Gegentrend bei den Bank-Aktien ist nach Ansicht von Händlern positiven Äusserungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke zu verdanken. Das habe die Anleger beruhigt und Deckungskäufe ausgelöst. Bernanke hatte in einer Senatsanhörung gesagt, dass eine Verstaatlichung grosser Banken nicht zur Debatte stehe.

Der Quartalsverlust der zur Bank of America gehörenden Merrill Lynch, der mit 15,8 Mrd. Dollar höher ausgefallen ist als erwartet, vermochte die Stimmung nicht zu trüben.

Rohner bleibt optimistisch

Zuversichtlich gab sich auch UBS-Chef Marcel Rohner. Im Schweizer Fernsehen bekräftigte er das Ziel der Bank, im laufenden Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben. In den vergangenen anderthalb Jahren seien viele Probleme bewältigt worden. Das Fundament für eine Rückkehr in die Gewinnzone sei gelegt worden.

Dass die UBS-Aktie am Dienstag unter die Marke von 10 Fr. sackte, verunsicherte viele Anleger. Dabei ist zu bedenken, dass ein tiefer Aktienkurs zwar von fehlendem Vertrauen in ein Unternehmen zeugt. Die Erwartungen in Bezug auf die Ertragslage sind gering.

Über die Substanz eines Unternehmens sagt der Aktienkurs aber wenig aus. Ein drohender Konkurs beispielsweise darf nicht daraus abgeleitet werden. Andere Zahlen - etwa die Eigenkapitalausstattung oder die Kundenvermögen einer Bank - sind aussagekräftiger.

(sda)

Vontobel bestätigt Kauf-Empfehlung für UBS

Die Bank Vontobel hat ihre Kauf-Empfehlung für die UBS-Aktie bestätigt, aber das Kursziel von 20 auf 18 Franken gesenkt. Der Anteil riskanter Vermögenswerte sei auf ein gutes Niveau reduziert worden, schreibt Vontobel-Analystin Teresa Nielsen in einem Kommentar vom Mittwoch. Sie schätzt, dass insgesamt 19,6 Milliarden Dollar an riskanten Vermögenswerten in das Darlehensportfolio umklassifiziert wurden. «Wir rechnen mit keinen weiteren Abschreibungen, haben aber unsere Erwartungen von Darlehensverlusten für 2009 erhöht», schreibt die Analystin. Obwohl sich das Steuerverfahren in den USA in die Länge zu ziehen scheine und damit die Versuche der UBS, ihren Ruf wiederherzustellen, zunichte mache, glaubt Nielsen, dass die hohe Anzahl neuer Kundenberater in den USA für ein gleich bleibendes Niveau von Nettoneugeldzuflüssen im Jahr 2009 sorgen wird. Mit einer Kernkapitalquote von 11,5 Prozent verfüge die Bank über eine gute Kapitalbasis, und das Finanzierungs- und Liquiditätsprofil sei gesund.

(AP)

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