KRISENBEWÄLTIGUNG: UBS: Analysten bleiben kritisch
Aktualisiert

KRISENBEWÄLTIGUNGUBS: Analysten bleiben kritisch

Die Massnahmen zur Krisenbewältigung der UBS werden von der Eidgenössischen Bankenkommission und der Anlagestiftung Ethos positiv aufgenommen. Analysten äussern sich allerdings verhalten optimistisch. Der Geldabfluss wird als enttäuschend bewertet.

von
Christian Iten

Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) hat die am Dienstag bekannt gegebenen, dass sie die Massnahmen der Grossbank UBS begrüsst. «Die Wahl der vier Bankspezialisten in den Verwaltungsrat sowie die organisatorische Neuordnung sind sicher taugliche Massnahmen, die zur Stabilisierung der Bank beitragen», sagt EBK-Sprecher Alain Bichsel. Die EBK erachte sie als sinnvoll.

«Mehr Bankkompetenz im Verwaltungsrat»

Auch die Anlagestiftung Ethos hat die vier Wahlvorschläge des UBS-Verwaltungsrats für das Aufsichtsgremium der Grossbank positiv aufgenommen. «Die Vorgeschlagenen werden neue Bankkompetenzen in der Verwaltungsrat bringen», erklärt Ethos-Sprecher Vinzenz Mathys. Dies entspreche den Forderungen von Ethos.

Die Analysten äussern sich aber nach wie vor kritisch. Ein UBS-Engagement sei nur etwas für nervenstarke Anleger, hiess es. «Die Bank macht zwar weiter Verluste und hat erneut viel abschreiben müssen. Die Risiken wurden aber weiter heruntergefahren», sagte ein Händler.

«Das Umfeld bleibt schwierig»

«Die präsentierten Zahlen haben insgesamt nicht überrascht», sagt Michael Cloth von der Dresdner Bank. «Negativ fällt aber der hohe Abfluss an Kundengeldern ins Gewicht», urteilt der Analyst. «Was das weitere Ertragspotential der Bank betrifft, so bleibt das Umfeld schwierig», so Cloth. Es lasse sich aber mit gutem Gefühl sagen, dass wohl keine weitere Kapitalerhöhung mehr nötig sein sollte.

«Die UBS hat die Kurve einigermassen erwischt», sagt Bankenprofessor Hans Geiger. «Die neue Zusammensetzung des Verwaltungsrates und die Trennung der Geschäftsbereiche ist positiv zu werten», so Geiger. Allerdings werde es noch einige Zeit dauern, bis die Krise endgültig ausgestanden sei.

Deine Meinung