UBS angelt sich reiche Deutsche

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UBS angelt sich reiche Deutsche

Die UBS etabliert sich in Deutschland in einem prestigeträchtigen Geschäftsfeld: Die Schweizer Grossbank fusioniert ihr Geschäft mit sehr vermögenden deutschen Kunden mit der traditionsreichen deutschen Vermögensverwaltungsgesellschaft Sauerborn Trust, wie die Institute am Dienstag mitteilten.

Unter dem Dach der UBS soll in den kommenden Wochen der grösste Vermögensberater für grosse Familienvermögen entstehen, wie es in der Mitteilung heisst. Die Sauberborn Trust AG mit Sitz in Bad Homburg, die auf eine 140-jährige Tradition als Vermögensverwalterin zurückblickt und auch eine Schweizer Tochtergesellschaft betreibt, betreute Ende Oktober dieses Jahres Vermögen von mehr als sechs Milliarden Euro. Sie gilt als grösstes Multi-Family-Office in Deutschland. Zu ihren Kunden zählen rund 100 Familien und Familiengesellschaften. Die UBS Wealth Management AG verwaltete in Deutschland mehr als zehn Milliarden Euro und beschäftigte rund 800 Angestellte, verglichen mit gegen 100 bei Sauerborn.

Die beiden Institute machten zu den finanziellen Aspekten der Transaktion keine Angaben. Die Fusion muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Der Sauerborn-Vorstandsvorsitzende Jochen Sauerborn soll nach der Fusion Vorsitzender des Aufsichtsrats der UBS in Deutschland ernannt werden. Die UBS als grösste Vermögensverwalterin der Welt erwartet durch den Deal eine markante Erweiterung ihres Geschäfts in Deutschland mit sehr vermögenden Kunden.

Die UBS bezeichnete die Transaktion als weiteren Schritt im konsequenten Aufbau des europäischen Vermögensverwaltungsgeschäfts. Sie erinnerte an frühere Übernahmen in Europa, nämlich jene der französischen Lloyds Bank SA im Mai 2003, des Privatkundengeschäft von Merrill Lynch im Oktober 2003, von Laing & Cruickshank und Scott Goodman Harris in Britannien im vergangenen Januar sowie der Private-Banking-Aktivitäten der American Express von vergangener Woche.

Analysten nahmen die geplante Fusion positiv auf. Damit dürfte die UBS in Deutschland einen signifikanten Schritt und dürfte dort die Gewinnschwelle erreichen, schrieb der Analyst Christoph Ritschard von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einem Marktkommentar. Die UBS bekomme Zugang zu einem prestigeträchtigen Kundensegment, das genau in ihre Strategie passe. An der Börse sank der UBS-Kurs gegenüber dem Vorabend zeitweise aber um 0,8 Prozent auf 92,35 Franken. Händler sagten dazu, die Anleger hätten sich von der Übernahme nicht sonderlich beeindrucken lassen, sondern den Titel der allgemein schwächeren Gesamtmarktentwicklung überlassen. (dapd)

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