UBS-Krise: UBS-Banker bekennt sich schuldig
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UBS-KriseUBS-Banker bekennt sich schuldig

Ein ehemaliger Vermögensverwalter der Grossbank UBS hat sich vor einem US-Gericht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig bekannt.

Der Angeklagte erklärte vor einem Bundesgericht im US- Bundesstaat Florida am Donnerstag, er habe einem reichen Immobilien- Unternehmer geholfen, 200 Mio. Dollar vor den US-Steuerbehörden zu verbergen, wie das US-Justizministerium bestätigte.

Zu der damaligen Zeit sei er bei der UBS angestellt gewesen, führte der ehemalige Vermögensverwalter weiter aus, und sein Arbeitgeber habe ihm einen hohen Lohn gezahlt und Anreize für die Tätigkeiten geschaffen, die zu der Anklage geführt hätten.

Der Staatsanwalt beschuldigte den Angeklagten und andere UBS- Angestellte, diese hätten der Bank zu jährlich 200 Millionen Dollar Gewinn verholfen, in dem sie 20 Milliarden Dollar an Geldern verwaltetet hätten in Steuerparadies - und an den US-Steuerbehörden vorbei.

Ein UBS-Sprecher wollte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters keinen Kommentar abgeben. Die UBS hatte Anfang Mai erklärt, sie arbeite in dieser Sache mit den US-Behörden zusammen.

Sinneswandel

Der Angeklagte, ein 43-jähriger US-Bürger, ist schon seit einiger Zeit im Visier der Behörden. Zunächst hatte er alle Anschuldigungen zurückgewiesen.

Sein Anwalt, Danny Onorato, erklärte nach der Anhörung vor Journalisten, sein Mandant werde den Behörden «alles sagen, was er weiss über die Vorgänge innerhalb der UBS». Sein Mandant habe zahlreiche Amerikaner als Kunden gehabt.

Ziel: Bankgeheimnis knacken

Der Sinneswandel des Angeklagten und das nachfolgende Schuldbekenntnis könnten die laufende US-Untersuchung des Verhaltens der UBS in den USA in den Jahren 2000 bis 2007 beeinflussen.

Die US-Steuer- und Justizbehörden verlangen von der UBS die Kundendaten von bis zu 20 000 reichen US-Amerikanern. Die Behörden haben laut der «New York Times» den Verdacht, dass sich auf der Liste Amerikaner befinden, die in den vergangenen Jahren über Schweizer UBS-Konten Geld am US-Fiskus vorbeigeschleust haben.

Wie am letzten Sonntag bekannt wurde, hat die USA in dieser Angelegenheit die Schweiz um Zusammenarbeit ersucht. Das Ersuchen wird nun von den Schweizer Behörden im Hinblick auf mögliche Amts- oder Rechtshilfe geprüft.

Urteil voraussichtlich Mitte August

Der Ex-Vermögensverwalter soll einem nicht genannten US- Milliardär geholfen haben, Scheinfirmen und andere Einheiten zu gründen, um so Vermögen im Ausland zu verbergen.

In einer siebenseitigen Erklärung für das Gericht gab der Angeklagte zu, er und andere UBS-Banker hätten ihren wohlhabenden Kunden geholfen, ihre Gelder unter anderem in der Schweiz, in Panama, auf den britischen Virgin Islands, in Hong Kong und Liechtenstein zu verstecken.

Diamanten in Zahnpastatube versteckt

Demnach füllten die Banker auch US-Steuerunterlagen mit falschen Daten aus oder halfen ihren Kunden Vermögenswerte in Schweizer Bankschliessfächern zu deponieren. Zudem hätten sie für ihre Kunden Juwelen, Kunst und Luxusgüter mit Schweizer Kreditkarten gekauft.

Sie hätten geglaubt, die US-Behörden könnten diese Karten nicht zurückverfolgen, so der Angeklagte. In einem Fall habe er sogar im Auftrag eines Kunden Diamanten gekauft und in einer Zahnpastatube versteckt in die USA geschmuggelt.

Das Urteil gegen den 43-Jährigen ist am 13. August vorgesehen. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft. Ein Mitangeklagter, ein Schweizer, erschien nicht vor Gericht. Er wird in Liechtenstein vermutet.

(sda)

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