Managerlöhne: UBS-Bonus-Modell unter der Lupe
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ManagerlöhneUBS-Bonus-Modell unter der Lupe

Das mit Spannung erwartete neue Vergütungsmodell der Grossbank UBS wird unterschiedlich beurteilt. Für die Bankenkommission geht es in die richtige Richtung, für die Pensionskassen-Stiftung Ethos fehlt eine Obergrenze.

Das Bonus-Modell enthalte durchaus innovative Elemente, sagte Tobias Lux, der Sprecher der Aufsichtsbehörde, am Montag auf Anfrage in Bern. Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) sei von der UBS bei der Ausarbeitung des Modells im Voraus konsultiert worden. Die EBK beziehungsweise die neue Finanzmarktaufsicht (FINMA) werde im kommenden Januar über dessen Genehmigung entscheiden.

Parallel zum UBS-Entlöhnungssystem wird die EBK/FINMA im Januar 2009 auch die konkreten Vorschläge der Bank zur Bonusrunde 2008 genehmigen, wie Lux sagte. Die Massnahmen der UBS würden bereits dann an den künftig geltenden Prinzipien gemessen, welche die EBK/FINMA im Laufe der nächsten Monate als Mindeststandards erlassen werde, sagte Lux. Dabei geht es laut früheren Informationen um den Erlass eines Rundschreibens mit generellen Richtlinien über die Entschädigungssysteme für die gesamte Finanzbranche.

Die Vorgaben werden nicht nur die Entschädigungssysteme für das oberste Management betreffen, sondern auch diejenigen für die Führungskader und für Mitarbeitende, die grosse Risiken begründen können oder bewirtschaften müssen.

Ethos bemängelt das Fehlen einer Obergrenze

Die Pensionskassen-Stiftung Ethos begrüsst die neuen Lohn- und Bonus-Richtlinien, die die Grossbank UBS ab nächstem Jahr anwenden will. Ethos bedauert aber, dass im neuen System keine Obergrenze für die Boni festgelegt wurde.

Ethos hatte Ende September mehr Mitsprache der Aktionäre bei den Spitzenlöhnen in fünf Grosskonzernen verlangt. Als Erste räume nun die UBS den Aktionären von sich aus Rechte bei den Vergütungen ein. Darüber zeigt sich Ethos in einer Mitteilung vom Montag erfreut.

«Mit Befriedigung» nehme Ethos zur Kenntnis, dass der variablen Komponente der Bezüge in Zukunft ein Bonus-Malus-System zugrunde liege. Zudem würden Leistungskriterien angewendet, welche den Risiken angepasst und auf lange Frist berechnet seien.

Ethos vermisst dagegen eine Beschränkung der Boni. Und im Zusammenhang mit Sonderprämien bei der Einstellung («Golden Hellos»), die an die Stelle von Abgangsentschädigungen («Goldene Fallschirme») treten, befürchtet Ethos erneute «exzessive Vergütungen».

Bankiervereinigung kommentiert neues UBS-Salärsystem nicht

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) kommentiert das neue Salärsystem der UBS nicht. Es handle sich um eine interne Angelegenheit der Grossbank, sagte SBVg-Sprecher James Nason am Montag auf Anfrage in Basel. Er erinnerte aber an den Grundsatz der SBVg, wonach langfristige Stabilität viel wichtiger sei als kurzfristiger Gewinn.

(Quelle: AP/SDA)

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