Aktualisiert 14.03.2013 08:16

Im Jahr 2012UBS-Chef Ermotti verdiente 8,9 Millionen

Sergio Ermotti hat 2012 rund 2 Millionen Franken mehr verdient als im Jahr zuvor. Mehr als zwei Drittel seines Jahresgehalts bei der Grossbank UBS bestehen aus Boni.

UBS-Konzernchef Sergio Ermotti hat 2012 Lohnzahlungen und Boni in Höhe von 8,9 Mio. Fr. erhalten. Im Jahr davor, als Ermotti erst im April zur Geschäftsleitung gestossen war und im Herbst dann zum obersten Chef der UBS ernannt wurde, beliefen sich die Vergütungen auf 6,4 Mio. Franken.

Die über das Grundgehalt von 2,5 Mio. Fr. hinausgehende Entlöhnung für 2012 wurde vollständig aufgeschoben, das heisst, sie steht dem UBS-Chef erst in späteren Jahren zur Verfügung und hängt damit auch vom Erfolg der Bank ab, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht.

Ermottis Vorgänger Oswald Grübel, der im September 2011 nach einem milliardenschweren Handelsverlust in London seinen Hut nahm, hatte sich als UBS-Chef jeweils mit jährlich 3 Mio. Fr. Fixlohn zufriedengegeben und auf Boni verzichtet.

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Bestbezahlter Manager der Geschäftsleitung nach Ermotti bleibt Robert McCann, der Leiter der Vermögensverwaltung in Nord- und Südamerika. Er erhielt insgesamt 8,6 Mio. Fr. und damit rund 600'000 Fr. weniger als 2011.

Sergio Ermotti zum Stellenabbau

Die Gesamtvergütung der UBS-Konzernleitungsmitglieder blieb 2012 im Vergleich zum Vorjahr praktisch gleich hoch. Alle Geschäftsleitungsmitglieder, die am 31. Dezember 2012 im Amt waren, erhielten zusammen 70,4 Mio. Franken, dazu kommen 1,7 Mio. Fr. an jene Topmanager, welche im Laufe des Jahres aus der Geschäftsleitung der Bank ausschieden. 2011 belief sich die Gesamtvergütung für die ganze Konzernleitung auf 70,1 Mio. Franken, 2010 auf 91,0 Mio. Franken.

Kleinerer Bonus-Topf

Insgesamt zahlte die UBS den Mitarbeitern vergangenes Jahr Boni in Höhe von 2,5 Mrd. Franken aus, wie sie bereits im Februar bekannt gegeben hatte, als sie einen Jahresverlust in gleicher Höhe ausweisen musste. Der Boni-Top ist damit um 7 Prozent kleiner ausgefallen als noch 2011, wobei allerdings gleichzeitig auch die Zahl der Mitarbeitenden sank.

Die UBS gab im Februar auch bekannt, Boni nach einem neuen System auszurichten. Die leistungsabhängigen Lohnbestandteile sollen länger gesperrt bleiben und die Baranteile kleiner werden. Das neue Vergütungssystem solle die Interessen des Unternehmens, der Mitarbeitenden und der Aktionäre besser in Einklang bringen, sagte UBS-Chef Sergio Ermotti an der diesjährigen Bilanzmedienkonferenz.

Die Bankführung nehme das Ergebnis der Konsultativabstimmung an der letzten Generalversammlung sehr ernst, sagte Ermotti damals weiter. Der Vergütungsbericht erhielt letzten Frühling nach heftiger Kritik von Aktionären nur 60 Prozent Ja-Stimmen.

Antrittsentschädigung für Axel Weber

Die UBS-Verwaltungsräte wurden für ihre Arbeit und ihre Präsenz an den Sitzungen des obersten Führungs- und Aufsichtsgremiums mit insgesamt 11,8 Mio. Fr. entschädigt. 2011 lag dieser Betrag bei knapp 8,5 Mio. Franken. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass der neue Verwaltungsratspräsident Axel Weber deutlich besser entlöhnt wurde als zuvor Kaspar Villiger.

Weber, der im Frühling in sein Amt gewählt wurde, erhielt alles inklusive ein Honorar von 3,6 Mio. Franken. Gemäss dem letztjährigen Vergütungsberichts wurden Weber zum Amtsantritt zudem zusätzlich 2 Mio. Fr. plus 200'000 UBS-Aktien zugesprochen. (sda)

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