UBS-Chef nimmt überraschend den Hut
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UBS-Chef nimmt überraschend den Hut

Die Meldung kam mitten in der Nacht: Peter Wuffli ist völlig überraschend als Konzernchef der Grossbank UBS zurückgetreten. Der Verwaltungsrat war Marcel Ospels Wunsch, Wuffli zu seinem Nachfolger zu machen, nicht nachgekommen.

UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel soll für mindestens drei weitere Jahre im Amt bleiben, wie die grösste Schweizer Bank mitteilte. Die Begründung für den abrupten Wechsel blieb vage.

Der 49-jährige Wuffli tritt mit sofortiger Wirkung als Konzernchef der UBS zurück und verlässt die Bank, wie es in der Mitteilung heisst. Sein Stellvertreter, der 42-jährige Rohner, wurde zum Nachfolger ernannt. Nachfolger Rohners in der Funktion als Chairman und CEO Global Wealth Management & Business Banking wird der 47-jährige Raul Weil.

Zum abrupten Abgang Wufflis verwies die UBS auf einen vor Jahresfrist eingebrachten Vorschlag Ospels für einen Generationenwechsel. Der heute 57-jährige UBS-Präsident habe gewünscht, in absehbarer Zeit von seinem Amt zurückzutreten. Als seinen Nachfolger habe er Wuffli vorgeschlagen. Nach sorgfältiger Evaluation habe der Verwaltungsrat aber beschlossen, diesem Vorschlag nicht zu folgen. «Der Verwaltungsrat sieht die automatische Ämternachfolge nicht als zwingend, sondern sucht unvoreingenommen nach der in seiner Einschätzung jeweils besten personellen Konstellation für die Bank», heisst es in der UBS-Mitteilung wörtlich, und weiter: «Vor diesem Hintergrund hat der Verwaltungsrat Marcel Ospel gebeten, sich für mindestens eine weitere dreijährige Amtsperiode als vollamtlicher Präsident zur Verfügung zu stellen.» In der Folge hätten der Verwaltungsrat und Wuffli entschieden, den Generationenwechsel auf die operative Führung zu beschränken.

Wieso Wuffli sofort gehen muss, blieb offen. Der Verwaltungsrat dankte dem Zurücktretenden «für seinen ausserordentlichen Beitrag zum Wachstum von UBS, insbesondere der substanziellen Erweiterung der Franchise, zur Positionierung des Konzerns und zum Aufbau der starken Marke UBS».

Wuffli war im Dezember 2001 ähnlich überraschend und abrupt an die operative Spitze der grössten Schweizer Bank gerückt. Er löste damals mit sofortiger Wirkung den Briten Luqman Arnold als Konzernchef ab. Vorangegangen war dem Vernehmen nach ein Machtkampf zwischen Arnold und Ospel, der damals wegen des Swissair-Groundings unter Druck stand. Die UBS war unter Wufflis Führung äusserst erfolgreich. Einen Rückschlag musste die Bank jedoch im letzten Frühling hinnehmen: Sie erlitt mit dem hauseigenen Hedge-Fund Dillon Read Capital Management einen Verlust von 150 Millionen Franken und integrierte die Einheit wieder in die Bank. (dapd)

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