Eurokrise: UBS-Chef warnt vor Folgen der SNB-Intervention
Aktualisiert

EurokriseUBS-Chef warnt vor Folgen der SNB-Intervention

UBS-Chef Oswald Grübel sieht in der Untergrenze von 1.20 Franken pro Euro eine Gefahr für unseren Wohlstand. CS-Präsident Urs Rohner dagegen stützt den Schritt der Nationalbank.

von
ahi
UBS-Chef Grübel.

UBS-Chef Grübel.

Bei den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse hat man offenbar gegensätz­liche Ansichten bezüglich der von der Nationalbank (SNB) kommunizierten Untergrenze von 1.20 Franken pro Euro. Klar gegen die Massnahme der SNB ausgesprochen hat sich UBS-Chef Oswald Grübel: «Ich hätte keine Untergrenze festgelegt – sehen Sie sich nur das Grössenverhältnis des Frankens zum Euro an.» Es sei ein Spiel David gegen Goliath, sagte er im Interview mit dem «Sonntag». Grübel ist der Ansicht, dass die Schweiz als kleines Land mit dem Franken auf lange Sicht die Macht fehlt, um gegenüber dem Euro einen Wechselkurs diktieren zu können. Der Banker sorgt sich um den Reichtumsvorsprung der Schweiz gegenüber der EU: «Wenn wir an einem festen Wechselkurs festhalten, wird sich das einebnen.»

Anders denkt CS-Präsident Urs Rohner über die Intervention: «Ich halte den Entscheid der Nationalbank für richtig», sagte er gegenüber der «NZZ am Sonntag». Denn der Franken sei «massiv überbewertet» gewesen. Der Eingriff habe die Märkte zumindest vorderhand überzeugt: Seine Analysten rechnen damit, dass der Euro innert zwölf Monaten auf 1.30 Franken steigen wird. (ahi/20 Minuten)

SNB-Präsident Hildebrand strebt nach Höherem

SNB-Präsident Philipp Hildebrand bewirbt sich für den Vorsitz des Financial Stability Board (FSB). Dies schreibt die «SonntagsZeitung». Beim FSB handelt es sich um den Club der einflussreichsten Notenbanker, Spitzenbeamten und Aufseher der Weltfinanz. Brisant: Hildebrand würde im Fall seiner Wahl SNB-Präsident bleiben, müsste als FSB-Chef aber auch die Interessen der G-20-Staaten vertreten. Die G-20 haben die Schweiz wegen des Bank­geheimnisses mehrmals unter Druck gesetzt.

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