Aktualisiert 03.11.2009 10:04

QuartalszahlenUBS: Erneut Verlust und Kapitalabfluss

Im Unterschied zu vielen Konkurrenten ist die UBS auch im dritten Quartal dieses Jahres in den roten Zahlen geblieben. Die Grossbank weist einen Reinverlust von 564 Millionen Franken aus. Der Geldabfluss ist erneut massiv: 37 Milliarden flossen zu anderen Banken.

Im Vorquartal lag der Verlust bei 1,402 Milliarden Franken und im Vorjahresquartal gab es einen Gewinn von 283 Millionen Franken. Der achte Verlust innerhalb von neun Quartalen war von den Analysten wegen Wertberichtigungen auf eigenen Schulden, negativen Bewertungseffekten beim Verkauf des Brasiliengeschäfts und Restrukturierungskosten erwartet worden. Sie hatten aber mit einem etwas tieferen Verlust gerechnet.

Der Verlust ist dennoch etwas grösser als Analysten erwartet hatten. Diese hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP einen Fehlbetrag von 511 Mio. Fr. vorhergesagt. Allerdings waren die Schätzungen weit auseinander gelegen. Während Optimisten gar von einem Reingewinn ausgegangen waren, hatten Pessimisten einen Verlust von über 900 Mio. Fr. erwartet.

Kapitalabfluss

Im dritten Quartal musste die UBS erneut per saldo einen Abfluss von 36,7 Mrd. hinnehmen. Dies ist nur etwas weniger als im Vorquartal (39,5 Mrd. Franken). Und es gibt keine Hoffnung auf eine schnelle Wende.

«Wir sehen derzeit keine unmittelbare Wende zu positiven Zuflüssen», sagte Finanzchef John Cryan am Dienstag in einer Telefonkonferenz. In der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden und im Schweizer Geschäft erlitt die UBS einen Nettogeldabfluss von 16,7 Mrd. Fr. nach 16,5 Mrd. Fr. im Vorquartal.

Allerdings wies die Bank im Unterschied zu früher nun auch kräftige Abflüsse von Schweizer Kunden aus, die unter dem Strich 3,9 Mrd. Fr. abzogen. Im Vorquartal waren es lediglich 0,2 Mrd. Fr. gewesen. Dafür verlangsamten sich die Abflüsse internationaler Kunden von 16,3 Mrd. auf 12,9 Mrd. Franken.

Bei der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden auf dem amerikanischen Kontinent vergrösserte sich der Abfluss von 5,8 auf 9,9 Mrd. Franken. In der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden (Asset Management) verlangsamte sich indes der Abfluss von 17,1 Mrd. auf 10 Mrd. Franken.

Steuerfahnder bremsen UBS

Es gebe mehrere Gründe für den erneuten Aderlass. So sei die UBS immer noch dabei, aus dem grenzüberschreitenden US-Geschäft auszusteigen. Zudem leide die UBS unter ihrem Reputationsverlust.

Solange die UBS keinen Gewinn gemäss dem Rechnungslegungsstandard IFRS zeige, wird sich eine Reihe von Kunden Sorgen machen, sagte Cryan. Zudem sei der Druck verschiedener Staaten in Steuerfragen auch nicht hilfreich beim Versuch, Vermögen anzuziehen.

Insgesamt stiegen die verwalteten Vermögen der Grossbank zwischen Juli und Ende September um 8 Mrd. auf 2258 Mrd. Franken. Davon entfielen 982 Mrd. auf die globale Vermögensverwaltung und das Schweizer Geschäft. 694 Mrd. Fr. wurden in der Vermögensverwaltung auf dem amerikanischen Kontinent verwaltet, während es im globalen Asset Management 583 Mrd. Fr. waren.

Weniger Personal und schlechter Ruf

Die mit Reputationsproblemen kämpfende Bank musste im Berichtsquartal einen weiteren Abfluss von Kundengeldern hinnehmen. Er machte netto 36,6 Milliarden Franken aus, nach 39,4 Milliarden im zweiten Quartal. Die Kernkapitalquote stieg Ende September auf 15,0 Prozent, verglichen mit 13,2 Prozent Mitte Jahr. Die Grossbank wies erstmals auch die Leverage Ratio aus. Sie betrug 3,51 Prozent.

Der Personalbestand sank um weitere 2783 Beschäftigte auf 69 023 Mitarbeiter. Im Ausblick rechnet die UBS mit weiteren Fortschritten, aber nicht mit einer unmittelbaren Erholung der Nettoneugeldentwicklung.

(sda/dapd)

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