Erstes Quartal: UBS erzielt Milliardengewinn
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Erstes QuartalUBS erzielt Milliardengewinn

Die UBS hat im ersten Quartal mit einem Reingewinn von 2,2 Mrd. Fr. zum zweiten Mal in Folge wieder schwarze Zahlen geschrieben. Einen Gewinneinbruch musste die Bank im Amerikageschäft hinnehmen.

Mit einem Reingewinn von 2,20 Mrd. Fr. hat die UBS auch das Ergebnis der Credit Suisse (CS) knapp übertroffen, die einen Quartalsgewinn von 2,06 Mrd. Fr. auswies. Im Gegensatz zur UBS bewegt sich die CS allerdings bereits seit Anfang 2009 wieder in der Gewinnzone. Gegenüber dem vierten Quartal des vergangenen Jahres hat sich die UBS deutlich gesteigert, namentlich dank der wieder besser florierenden Investmentbank.

Die Verdreifachung des Vorsteuergewinns bei der Investmentbank auf 1,16 Mrd. Fr. war massgeblich dafür verantwortlich, dass sich der Vorsteuergewinn der Bank im Vergleich zum Vorquartal auf 2,81 Mrd. Fr. verdoppelte und der Reingewinn um rund 80 Prozent anstieg.

Gut gelaufen ist bei der Investmentbank namentlich der Handel mit Anleihen und Obligationen (Fixed Income) sowie das Rohstoff- und Devisengeschäft. Die Erträge in diesem Bereich stiegen um mehr als das Vierfache, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht.

Während sich das Ergebnis der Investmentbank deutlich verbesserte, verbuchte die UBS im Vermögensverwaltungsgeschäft in Amerika (Wealth Management Americas) einen Gewinneinbruch. Der Vorsteuergewinn dieser Division sank im Vergleich zum Schlussquartal 2009 um 92 Prozent auf 15 Mio. Franken. Die Ergebnisverschlechterung ist gemäss Communiqué auf höhere Boni und Restrukturierungskosten zurückzuführen.

Höherer Gewinn als erwartet

Um 5 Prozent besser ausgefallen als vor drei Monaten ist dagegen das Ergebnis des weltweiten Vermögensverwaltungs- und des Schweizer Bankgeschäfts (Wealth Management&Swiss Bank). Der Vorsteuergewinn dieser Divison belief sich auf 1,16 Mrd. Franken, derweil das Ergebnis der Vermögensberatung für institutionelle Kunden (Asset Management) sich von 284 auf 137 Mio. Fr. reduzierte.

Unerwartet fiel das Ergebnis der UBS am Dienstagmorgen nicht aus, da die Bank bereits im Vorfeld ihrer Generalversammlung am 14. April mitgeteilt hatte, dass sie einen Vorsteuergewinn von mindestens 2,5 Mrd. Franken schreiben werde. Dieser fiel nun sogar noch ein Stück höher aus, weshalb die UBS auch die Erwartungen der Branchenanalysten übertraf.

Positiv zum Ergebnis beigetragen hat auch eine Neubewertung der Option, welche die UBS zum Rückkauf der in den Stabilitätsfonds der Schweizerischen Nationalbank ausgelagerten toxischen Wertpapiere berechtigt. Die entsprechende Wertberichtigung in der Bilanz der UBS betrug 231 Mio. Franken.

Wieder mehr Geld von Superreichen

Bereits früher bekannt gab die UBS auch, dass sie von Januar bis März erneut einen Abfluss an Kundengeldern hinnehmen musste. Obwohl der Geldabfluss sich netto noch auf 18 Mrd. Fr. belief, stellt dies im Vergleich zu den Vorquartalen eine Verbesserung dar. So hatte die UBS im Schlussquartal 2009 einen Abfluss von 56,2 Mrd. Fr. zu beklagen, und 2008 belief sich der Nettogeldabfluss zeitweise sogar auf über 80 Mrd. Franken pro Quartal.

In ihrem Communiqué weist die UBS darauf hin, dass insbesondere im asiatischen Raum Kundengelder zur UBS geflossen seien und auch das Geschäft mit den Superreichen erstmals wieder einen Nettoneugeldzufluss verzeichnete. An einer Telefonkonferenz am Dienstagmorgen zeigte sich UBS-Finanzchef John Cryan zudem zuversichtlich, bei den Abflüssen von Kundengeldern das Ruder herumreissen zu können. (sda)

UBS-Aktien im Plus

Nach Bekanntgabe der UBS-Quartalsresultate lagen die UBS-Aktien bei Handelsbeginn 0,8 Prozent über dem Kurs des Vorabends. Um 9.30 Uhr notierten sie mit 17.25 Fr. 1,2 Prozent im Plus, nachdem sie zwischenzeitlich zu einem noch etwas höheren Preis gehandelt wurden. Der Index der Börsenschwergewichte (Swiss Market Index) bewegte sich gleichzeitig rund 0,3 Prozent über dem Wert am Montagabend. Rund 40 Minuten nach Eröffnung der Börsen gabe die UBS-Aktien indes wieder nach und notierten mit 17.07 Fr. nur noch 0,2 Prozent im Plus.

Analysten sprachen am Dienstagmorgen von einem «soliden» Quartalsergebnis der UBS. Dass der Konzergewinn mit 2,2 Mrd. Fr. über den Prognosen zu liegen kam, wurde hauptsächlich auf die Neubewertung der Option zum Rückkauf der toxischen Wertpapiere vom SNB-Stabilitätsfonds zurückgeführt. Diese trug 231 Mio. Fr. zum Ergebnis der UBS bei.

Als Überraschung bezeichneten Abnalysten dagegen die bessere Marge im Vermögensverwaltungsgeschäft (Wealth Management). Kritisch zeigten sich die Experten hinsichtlich der Zu- und Abflüsse von Kundengeldern: Von einer Trendwende könne noch keine Rede sein, hiess es etwa. (sda)

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