Aktualisiert 25.06.2009 23:47

BankenkriseUBS immer noch in den roten Zahlen

Die Grossbank UBS ist nach vorläufigen Ergebnissen und Schätzungen auch im zweiten Quartal dieses Jahres in den roten Zahlen geblieben. Ausserdem gibt sie rund 293 Millionen neue Aktien aus, um 3,8 Milliarden frisches Kapital zu erhalten.

Die Grossbank UBS stärkt ihre Kapitalbasis weiter. Sie bietet einer kleinen Anzahl von institutionellen Investoren insgesamt 293.258.050 neue Aktien aus genehmigtem Kapital zu einem Preis von 13,00 Franken pro Aktie zum Kauf an, wie es in einer Mitteilung vom späten Freitagabend heisst.

Nach Abzug der mit der Platzierung verbundenen Kosten werde damit frisches Eigenkapital im Umfang von voraussichtlich rund 3,8 Milliarden Franken beschafft. Bei wem es sich um die Investoren handelt, gab die UBS nicht bekannt.

Immer noch Verlust und Kundengelderabfluss

Zuvor hatte die Grossbank angekündigt, dass sie auch im zweiten Quartal dieses Jahres mit einem Reinverlust rechne. Das voraussichtliche operative Ergebnis stelle gegenüber dem ersten Quartal 2009 aber eine Verbesserung dar. In den ersten drei Monaten hatte der Reinverlust knapp zwei Milliarden Franken ausgemacht. Im zweiten Quartal flossen auch weitere Gelder ab.

Bundesbern reagiert erfreut

Der Bundesrat begrüsste die Massnahme der UBS zur Stärkung ihrer Kapitalbasis, wie das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) kurze Zeit später in Bern mitteilte. Im Interesse der Bank habe das EFD im Zusammenhang mit dieser Kapitalerhöhung eine neue Verkaufsbeschränkung für die UBS-Aktien beschlossen, die aus der vom Bund gezeichneten Pflichtwandelanleihe resultieren würden. Und zwar gilt diese temporäre Verkaufsbeschränkung bis zum kommenden 4. August 2009. Dieser Schritt soll für die an der Kapitalerhöhung teilnehmende Investoren unterstützend wirken und zu einer erfolgreichen Umsetzung der Kapitalerhöhung der Bank beitragen, wie es in der EFD-Mitteilung weiter heisst. Eine Weiterplatzierung der Pflichtwandelanleihe sei jedoch weiterhin auch vor dem 4. August möglich, wenn ein Nachfolgeinvestor diese Verkaufsbeschränkung übernehme. Der Bundesrat wolle weiterhin «zu gegebener Zeit» über einen Ausstieg bei der Grossbank entscheiden.

Vor der Sechs-Milliarden-Franken-Spritze durch den Bund beim staatlichen Rettungspaket im letzten Oktober hatte die UBS bereits zwei Kapitalerhöhungen vorgenommen. Staatsfonds im Fernen und Nahen Osten schossen im Februar 2008 13 Milliarden ein. Im April 2008 folgte eine ordentliche Kapitalerhöhung von 15 Milliarden Franken.

(dapd)

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