Outsourcing: UBS lagert 350 Vollzeitstellen aus

Aktualisiert

OutsourcingUBS lagert 350 Vollzeitstellen aus

Schlechte Nachrichten für die IT-Angestellten der UBS: Die Abteilung Netzwerk-Services wird an den US-Multi CSC ausgelagert.

von
Lukas Hässig

Die Gewissheit erreichte sie am letzten Donnerstag um 11 Uhr: Die Mitarbeiter des UBS-Bereichs «Managed Network Services» strömten im Flurareal in Zürich-Altstetten zusammen, wo die Grossbank einen Grossteil ihrer Informatikabteilungen zentralisiert hat. Zugeschaltet waren weitere Bereiche aus übrigen Schweizer UBS-Zentralen und dem Ausland.

Das zuständige Management gab bekannt, dass der gesamte Bereich mit rund 350 Vollzeitstellen, davon rund 100 in der Schweiz, dem US-IT-Multi CSC übergeben würde. Der überwiegende Teil der Belegschaft – die Rede war laut einem Beteiligten von rund 90 Prozent der Angestellten, entsprechend rund 300 Vollzeitstellen – sollen von der CSC einen neuen Arbeitsvertrag erhalten.

Mitarbeiter bereits früher informiert

Ein UBS-Sprecher bestätigt die Informationsveranstaltung gegenüber 20 Minuten Online. «Es wurde über ein Projekt zur Auslagerung der in diesem Bereich erbrachten Leistungen an einen möglichen externen Dienstleister berichtet», sagt Andreas Kern von der UBS-Medienstelle.

Den Namen des IT-Partners wollte Kern nicht nennen. Es sei noch kein Vertrag abgeschlossen worden. Die Mitarbeitenden seien bereits früher darüber informiert worden, «dass man Optionen prüfe, den Bereich an einen externen Dienstleister auszulagern», sagt Kern.

Kein detaillierter Sozialplan

Der Bereich «Managed Network Services» der UBS umfasst Netzwerk-, Telefonie- und Multimedia-Dienstleistungen. Dazu gehören beispielsweise das Video-Streaming sowie die technische Bereitstellung von Audio- und Web-Konferenzen.

Ein Mitarbeiter, der an der Informationsveranstaltung anwesend war und nur anonym Auskunft geben will, vermisste detaillierte Angaben zum Sozialplan. Es sei lediglich die Rede gewesen von Leistungen bis Juli für Mitarbeiter, die nicht zur CSC wechseln wollten oder konnten. Welche Konditionen danach gälten, sei offen gelassen worden. Von der zukünftigen Arbeitgeberin CSC sei niemand anwesend gewesen.

Outsourcing von IT liegt im Trend

Die Auslagerung spezifischer IT-Dienstleistungen an spezialisierte Lieferanten liegt bei Schweizer Grossunternehmen im Trend. In der Schweiz kämpfen neben der CSC beispielsweise weitere spezialisierte Unternehmen um den Markt, darunter auch eine Tochter der Swisscom.

Das Geschäft bringe zwar nur wenig Gewinn pro Auftrag, doch mit der nötigen Masse würden sich schöne Erträge generieren lassen, sagt ein Swisscom-Manager. Viele Schweizer Grossunternehmen hätten einen Teil ihrer IT ausgelagert oder würden ein solches Outsourcing prüfen, sagt die Quelle.

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