Aktualisiert 26.04.2011 10:26

Quartalszahlen

UBS macht 1,8 Milliarden Franken Gewinn

Die UBS hat im ersten Quartal 2011 7 Prozent mehr Gewinn erzielt als im letzten Quartal 2010. Das Vertrauen in die Grossbank ist gestiegen.

von
rub

Die UBS hat im ersten Quartal 2011 einen Gewinn von 1,8 Milliarden Franken erwirtschaftet. Das sind 18 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode, aber 7 Prozent mehr als im Schlussquartal 2010.

Die UBS zahlt denn auch wieder Steuern: Statt einer Steuergutschrift von 469 Millionen Franken wie im vierten Quartal 2010 verbucht sie per Ende März einen Steueraufwand von 426 Millionen Franken. Unter dem Strich blieb der Schweizer Grossbank auch deshalb weniger als in der Vorjahresperiode, obwohl sie auf verschiedenen Ebenen Fortschritte gemacht hat. So stieg die Kernkapitalquote (Tier 1) von 15,3 auf 15,6 Prozent. Im ersten Quartal 2010 waren es erst 12,5 Prozent gewesen.

Starke Vermögensverwaltung

Auch die Kunden kehren zurück. Im abgelaufenen Quartal konnten Nettoneugelder von 22,3 Milliarden akquiriert werden. Verglichen mit 7,1 Milliarden im Schlussquartal 2010 ist das eine deutliche Beschleunigung. Analysten hatten im Schnitt nur mit Nettoneugeldern von 10,8 Mrd. Fr. gerechnet.

Allein im Vermögensverwaltungsgeschäft flossen der Bank netto 11,1 Mrd. Fr. zu. Vor allem Privatkunden aus Asien und Schwellenländern brachten Gelder zur Bank, ebenso einige Superreiche. In Europa verzeichnete die UBS dagegen weitere Geldabflüsse im grenzüberschreitenden Geschäft. Das Schweizer Vermögensverwaltungsgeschäft konnte die Nettoneugelder gegenüber dem Schlussquartal 2010 hingegen von 1,1 aus 2,2 Mrd. Fr. verdoppeln. In Amerika erhöhten sich die Nettoneugelder der Vermögensverwaltung auf 3,6 Mrd. Franken. Stark expandierte auch das weltweite Asset Management, die Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden. Die Nettoneugelder kletterten hier von 1,0 Mrd. auf 5,6 Mrd. Franken.

Grübel zufrieden

Konzernchef Oswald Grübel zeigte sich über die Zahlen erfreut: Die Zunahme zeige, dass «uns die Kunden wieder ihr Vertrauen schenken», lässt er sich in einer Mitteilung der Grossbank zitieren. Insgesamt vertrauen die Kunden der UBS weltweit 2,198 Billionen Franken an. Trotz Frankenstärke sind das gegenüber dem Vorquartal 2 Prozent mehr, wie die UBS am Dienstag mitteilte.

Die existenzbedrohenden Verluste in der Finanzkrise und der Steuerstreit in den USA hatten in den Jahren 2008 und 2009 zu massiven Geldabflüssen von 226 Mrd. und 147 Mrd. Fr. geführt. Im dritten Quartal 2010 waren die Neugelder erstmals wieder leicht höher als die Abflüsse gewesen.

Volatile Investmentbank - steigende Boni

Der Vorsteuergewinn des UBS erreichte 2,2 Mrd. Fr. nach 1,2 Mrd. Fr. im vierten Quartal 2010. Höhere Erträge erzielte insbesondere die Investmentbank, die den Vorsteuergewinn gegenüber dem Schlussquartal 2010 von 100 Mio. auf 835 Mio. Fr. steigerte. Anfang 2010 hatte die schwankungsanfällige Sparte aber noch einen Gewinn von 1,2 Mrd. Fr. erwirtschaftet: ein wesentlicher Grund, weshalb der Gewinn nun tiefer als vor Jahresfrist ist.

Gesunken sind im abgelaufenen Quartal die Erträge aus Gebühren und Kommissionen. Der Personalaufwand erhöhte sich wegen höherer Boni gegenüber dem Vorquartal konzernweit um 17 Prozent auf 4,4 Mrd. Franken. Allein bei der Investmentbank stiegen die Kosten für die Entlöhnung der Mitarbeiter um fast die Hälfte auf 1,9 Mrd. Franken. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres fiel der Personalaufwand der UBS aber 3 Prozent tiefer aus.

Umzugsdrohung bleibt

Zum Ergebnisausblick blieb die Bank vage. Sie zeigte sich zuversichtlich, erneut einen «guten Neugeldzufluss» zu erzielen. In einer Telefonkonferenz erklärte Finanzchef John Cryan, das Ziel, bis 2014 einen Vorsteuer-Jahresgewinn von 15 Mrd. Fr. zu erreichen, bleibe unverändert.

Die Bank kläre aber ab, welche strategischen und organisatorischen Konsequenzen sie aus den vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen gegen das Problem zu grosser Banken ziehen solle. Konzernchef Grübel hatte bereits früher mit dem Umzug gedroht, Teile der Bank - die 2008 noch von der Eidgenossenschaft und der Schweizerischen Nationalbank gerettet worden war - ins Ausland zu verlagern. (rub/sda)

UBS-Aktie deutlich fester

Die Aktien der UBS eröffneten am Dienstag 5,5 Prozent höher auf 17,50 Franken. Nach den ersten rund 45 Handelsminuten stand der Titel 6,0 Prozent im Plus auf 17,58 Franken. Damit liegt die Aktie praktisch auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr. Analysten bezeichnen die Quartalszahlen als gut. Besonders erfreulich sei der Nettoneugeldzufluss von 22,3 Mrd. Franken, der mehr als doppelt so hoch ausgefallen sei als von den Analysten erwartet, kommentierte die Privatbank Wegelin. Bemerkenswert sei auch, dass sich die Nettoneugeldzuflüsse in der Schweizer Vermögensverwaltung verdoppelt hätten. Dies sei eine wirklich positive Überraschung, erklärten auch die Analysten der Bank Vontobel.

Die japanische Nomura lobte nicht nur die Zuflüsse, sondern auch die «starke» Bruttomarge. Mit diesem Zahlenkranz habe die UBS die Messlatte für die Credit Suisse, die am Mittwoch ihre Quartalszahlen präsentieren will, hoch gelegt. Für die Bank Wegelin ist zudem positiv, dass die UBS für das laufende Jahr weiter einen «guten Neugeldzufluss» erwartet. Es bleibe aber zu hoffen, dass das Vertrauen durch das erneut bestätigte Mittelfristziel eines Vorsteuergewinns von 15 Mrd. Fr. nicht Schaden nehme. Es sei gut möglich, dass dieses Ziel dereinst doch gesenkt werden müsse. (sda)

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