Aktualisiert 26.07.2011 07:56

Quartalsergebnis

UBS macht nur eine Milliarde Franken Gewinn

Die UBS präsentiert schlechtere Zahlen als noch im ersten Quartal. Grund sei die Schuldenkrise in den USA und in Europa. Der Aktienkurs ist nach Bekanntgabe der Ergebnisse gefallen.

Die UBS will in den nächsten Jahren viel Geld sparen.

Die UBS will in den nächsten Jahren viel Geld sparen.

Die Schuldenkrise in Europa und den USA nimmt den Kunden der UBS die Lust am Investieren. Bei anhaltend schwierigen Finanzmärkten und belastet von den Folgen der Frankenstärke hat die Grossbank im zweiten Quartal nur 1,015 Mrd. Fr. Gewinn geschrieben.

Das ist im Vergleich zu früher ein Rückgang: Im ersten Quartal hatte die Bank 1,8 Mrd. Fr. Gewinn geschrieben, im zweiten Quartal des Vorjahres waren es 2 Mrd. Fr. gewesen.

Börse reagiert ungnädig

Zudem liegt das Resultat unterhalb der Prognosen der Finanzgemeinde. Von der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten einen Gewinn zwischen knapp 1 Mrd. Fr. und nicht ganz 1,5 Mrd. Fr. vorausgesagt. Die Erträge der Bank fielen verglichen mit dem Vorquartal um 14 Prozent auf 7,171 Mrd. Franken.

In den Handel starteten die Aktien der Grossbank mit einem Kursverlust von 2,9 Prozent. Nachdem sie kurzzeitig bis 3,5 Prozent ins Minus fielen, erholten sie sich in den ersten Handelsminuten wieder etwas. Um 9.30 Uhr notierten sie bei 13,67 Franken, was im Vergleich zum Schlusskurs des Vorabends einem Minus von 1,7 Prozent entspricht.

Der Gesamtmarkt lag gemessen am Swiss Market Index (SMI) derweil 0,3 Prozent im Plus.

Stellenabbau in allen Geschäftseinheiten

Die UBS wird zur Einsparung von Kosten Stellen abbauen müssen. Laut Finanzchef Tom Naratil betreffen die Kosteneinsparungen in der Höhe von 1,5 bis 2 Mrd. Franken, welche die Bank für die nächsten Jahre plant, alle Geschäftseinheiten der Bank.

Wie viele Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen, bezifferte Naratil während einer Telefonkonferenz am Dienstagmorgen nicht. «Wir sind noch in der frühen Planungsphase, daher können wir nichts Genaues sagen», so der Finanzchef. Ende 2010 zählte die UBS weltweit knapp 65 000 Vollzeitstellen.

In einer Mitteilung vom frühen Morgen hat die Bank angedeutet, dass für das Sparprogramm «bedeutende Beträge» für Restrukturierungskosten verbucht werden müssten. Dies werde noch im laufenden Jahr geschehen, hiess es.

Investmentbank leidet unter Schuldenkrise

In der Investmentbank zeigten sich vor allem die Folgen der Schuldenkrise, die verschiedene europäische Länder sowie die USA im Griff hält. Der Gewinn der Sparte vor Steuern betrug 376 Mio. Franken. Im Vorquartal war er noch doppelt so hoch gewesen.

Die Vermögensverwaltung konnte den Vorsteuergewinn trotz des starken Frankens gegenüber dem Vorquartal um 4 Prozent auf 672 Mio. Fr. steigern. Allerdings sind auch hier die Kosten ein Thema: Die Gelder der reichen Kunden rund um die Welt sind in lokalen Währungen gebucht. Die Kosten der UBS fallen aber zu einem grossen Teil in der Schweiz an.

Beim neuen Kundengeld liegt die UBS deutlich unter den Erwartungen. Der Zufluss von Neugeld betrug im zweiten Quartal unter dem Strich 8,7 Mrd. Franken, nach 22,3 Mrd. Fr. im ersten Quartal. Die Prognosen der Analysten erstreckten sich über eine Bandbreite von gut 11 bis 17,5 Mrd. Franken.

Frankenstärke belastet auch UBS

In Analystenkreisen gab man sich enttäuscht über den Ertragseinbruch bei der UBS, der stärker als befürchtet ausgefallen ist. Einmal mehr habe sich speziell die Investmentbank negativ im Gruppenergebnis niedergeschlagen, hiess es.

Die Ertragsentwicklung im Vermögensverwaltungsgeschäft dagegen wurde als solide bezeichnet. Schwachpunkt sei allerdings der schwächer als erwartete Zufluss von neuen Kundengeldern.

Die Folgen der Frankenstärke hätten sich über alle Geschäftsbereiche hinweg stärker als erwartet in der Ertragsentwicklung niedergeschlagen, sagten die Analysten weiter. Die geplanten Kosteneinsparungen seien zwar zu begrüssen, an der kurzfristig gedrückten Ertragslage der UBS ändere sich durch sie allerdings nichts. (sda)

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