Aktualisiert 13.07.2008 20:22

Miami

UBS-Manager wartet seit zwei Monaten auf Anklage

UBS-Manager Martin Liechti sitzt seit mehr als zwei Monaten in einem Hotel fest – mit elektronischen Fussfesseln gesichert.

Anfang Mai war der 47-jährige UBS -Manager auf dem Weg in die Bahamas. Beim Umsteigen in Miami nahm ihn die US-Zollbehörde fest. Seit damals sitzt er gesichert mit einer elektronischen Fussfessel im Hotel fest. Den Pass musste er abgeben. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, hat er seitdem weder seine Frau noch seine fünf Kinder gesehen. Bei seiner Ehefrau besteht offenbar die Gefahr, dass man sie als UBS-Teilzeitangestellte ebenfalls festnehmen würde.

Liechti war Leiter jener Abteilung, die US-Bürgern bei Steuerdelikten geholfen haben soll. Er gilt zwar lediglich als Zeuge, weil aber laut ­Behörden Fluchtgefahr be­stehe, kann er aufgrund einer speziellen rechtlichen Regelung auf unbestimmte Zeit und ohne Anklage festgehalten werden.

Ausgelöst hat das Schlamassel Liechtis ehemaliger Mitarbeiter Bradley Birkenfeld. Dieser arbeitet mit den Behörden zusammen und beschuldigt seine ehemaligen Vorgesetzten bei der UBS, ihn zu illegalen Aktivitäten zugunsten reicher Kunden animiert zu haben.

rmd

Zweitgrösster Bankencrash

Ein neuer Höhepunkt der US-Kreditkrise wurde am Samstag erreicht: Die amerikanische Hypotheken- und Sparbank IndyMac brach zusammen. Es ist der zweitgrösste Bankencrash der USA und der grösste seit 1984. Nach dem Ansturm besorgter Kunden musste die staatliche Einlagensicherungsbehörde die Kontrolle über die kalifornische Bank übernehmen. In den letzten elf Geschäftstagen hatten Anleger mehr als 1,3 Mia. Dollar abgehoben und die Bank in eine ­Liquiditätskrise gestürzt.

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