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Mehr AbspracheUBS schränkt Home-Office für Mitarbeiter ein

Weil in einer Abteilung viele Mitarbeiter besonders freitags angaben, von zu Hause aus zu arbeiten, führt ein UBS Manager strengere Regeln für Home-Office ein.

von
vro
Home-Office ist bei den Mitarbeitern der UBS beliebt. Ab sofort müssen sie sich aber an strenge Regeln halten.

Home-Office ist bei den Mitarbeitern der UBS beliebt. Ab sofort müssen sie sich aber an strenge Regeln halten.

Ein UBS-Manager verschärft für seine rund 50 Angestellten am Standort Europaallee in Zürich die Regeln für die Arbeit von zu Hause aus. Das geht aus einem internen E-Mail hervor, das

Johan Jervøe, Group Chief Marketing Officer bei der UBS verfasst hat. Demnach soll das Home-Office die Ausnahme bleiben, schreibt die «Schweiz am Sonntag». Es sei ein Privileg und dürfe nicht missbraucht werden.

Mitarbeiter müssten sich das Einverständnis des Chefs holen, bevor sie sich nach Hause begeben und das Team informieren. Sie müssten dort genauso gut erreichbar sein, wie im Geschäft und die dafür bereitstehende IT-Infrastruktur nutzen. Wer «out of office» sei, müsse einen Ferientag beziehen. Es liege in der Verantwortung des Mitarbeiters, dass niemand darunter leiden müsse, wenn man von zu Hause aus arbeitet.

Eine UBS-Sprecherin bestätigt die Existenz des internen E-Mails, hält aber fest: «Es geht der UBS keineswegs darum, die Möglichkeiten zum Home-Office grundsätzlich einzuschränken. Flexible Arbeitszeitmodelle – und dazu gehört auch das Home-Office – werden von der Bank unterstützt.»

Das E-Mail habe sich an eine Abteilung mit rund 50 Mitarbeitern gewandt, sagt die Sprecherin weiter. Wie das Arbeiten im Home-Office gestaltet werde und wie oft die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, gewährt werde, hänge von der individuellen Vereinbarung zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter ab. «Diese Leitplanken müssen aber immer wieder neu definiert werden», so die Sprecherin.

Klare Zielvereinbarungen und regelmässige Feedbacks

Hintergrund des Schreibens ist, dass viele Mitarbeiter gerade am Freitag einen Home-Office-Tag eingelegt hätten. Sie unterliessen es, sich ordentlich abzumelden und waren schlecht erreichbar. Als sie schliesslich kontaktiert werden konnten, hatten sie behauptet, die ganze Zeit zu Hause gearbeitet zu haben.

Der Arbeitspsychologe Hartmut Schulze überrascht die Reaktion des Unternehmens nicht. «Wenn der Vorgesetzte den Wechsel vom normalen Präsenzmodell zur mobil-flexiblen Arbeit nicht gut vorbereitet, kann es passieren, dass der Zusammenhalt im Team schwindet und das Engagement sinkt», sagt er zur Zeitung. Wichtig sei, klare Zielvereinbarungen mit den Mitarbeitern auszuhandeln und regelmässig Feedbacks zu geben. Trotzdem ist er überzeugt: «Flexible Arbeitsmodelle haben bei richtiger Anwendung einen positiven Effekt auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter.» (vro/sda)

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