Geheime Gespräche: UBS sollte an HSBC verkauft werden
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Geheime GesprächeUBS sollte an HSBC verkauft werden

Der GPK-Bericht zum UBS-Debakel enthüllte, dass die grösste Schweizer Bank 2008 verkauft werden sollte. Jetzt ist auch klar, an welche.

von
aeg
Die UBS-Chefs von 2008: Peter Kurer und Marcel Rohner.

Die UBS-Chefs von 2008: Peter Kurer und Marcel Rohner.

Der GPK-Bericht zum UBS-Drama enthüllt, dass im schwarzen Herbst 2008 ein Verkauf der UBS ins Ausland geprüft wurde. Am 2. Oktober habe sich der Bundesrat «gegen die Idee einer Übernahme der UBS durch eine ausländische Bank» ausgesprochen, steht im 370-Seiten-Papier.

Um welche Bank es sich handelte und von wem die Idee stammte, blieb unbekannt. Wie die «Sonntags Zeitung» nun erfahren hat, war der mögliche Käufer der englisch-asiatische Finanzmulti HSBC. Die damaligen UBS-Verwaltungsräte führten Ende September 2008 Verkaufsgespräche mit der HSBC.

Der unerwartete Bankrott der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September hatte die Lage für die UBS und weitere angeschlagene Grossbanken verschärft. Wie die «Sonntags Zeitung» berichtet, prüfte die damalige UBS-Führung unter Peter Kurer und Marcel Rohner auch eine Abspaltung der Investmentbank. Käufer: Die britische Barclays.

Grübel und Villiger wollen Expertenkommission

Kaspar Villiger und Oswald Grübel, Präsident und CEO der UBS, geben laut «Sonntags Zeitung» grünes Licht für die Bestellung einer unabhängige Expertenkommission, welche die Ereignisse rund um das UBS-Debakel untersuchen soll. Sie haben sich in einem Brief an Bundepräsidentin Doris Leuthard, an den Präsidenten der GPK-Subkommission, Pierre-François Veillon, sowie an den Vizepräsidenten Hans Hess gewandt.

Darin ersuchen sie den Bundesrat um ein Gespräch. Die Bank sei sich bewusst, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne. Zwar wird im Brief die Expertenkommission nicht direkt angesprochen. Aus zuverlässigen Quellen weiss die «Sonntags Zeitung» aber, dass die Bankenchefs eine solche wünschen.

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